SemperOpernball ehrt Michael Jackson posthum mit Orden - Schwester La Toya zu Gast

Jacksons Schwester La Toya soll das Schmuckstück stellvertretend in Empfang nehmen. Auch Sachsens Ex-Regierungschef Kurt Biedenkopf (CDU) und Tenor José Carreras erhalten den Orden - eine Nachbildung des Anhängers Heiliger Georg zu Pferde aus dem Grünen Gewölbe in Dresden.
Die Replik aus 18-karätigem Gold ist mit der Gravur Adverso Flumine (Gegen den Strom) verziert. Inwieweit das auf alle Preisträger zutrifft, bleibt ein Geheimnis. Vor einem Jahr hieß der Anhänger noch Sächsischer Dankesorden. Seine Verleihung an den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin sorgte damals für Kritik, brachte dem Ball aber auch viel mediale Aufmerksamkeit.
Beim 5. Opernball dreht sich alles um Traumpaare. Für das Motto bieten die Organisatoren mehrere Deutungen an. Seien es die Semperoper und Dresden, Dresden und Sachsen oder Ost und West - besondere Traumpaare feiern 2010 Jubiläum, heißt es da mit Blick auf 20 Jahre deutsche Einheit und den 25. Geburtstag der Semperoper nach ihrer Wiedereröffnung.
Aber auch Opern-Traumpaare wie Tristan und Isolde oder Lenore und Florestan sollen eine Rolle spielen. Denn in erster Linie geht es an diesem Abend um Tanz und Musik. Als Stargast ist der altersweise Rock-n-Roller Peter Kraus aufgeboten. Bis früh um 05.00 Uhr soll es ordentlich zur Sache gehen.
Hans-Joachim Frey ist ohnehin von der Bedeutung seines Balls überzeugt. Auch Wien schaut jetzt schon auf Dresden, sagte der frühere Dresdner Operndirektor und aktuelle Bremer Generalintendant. Immerhin hat es Frey geschafft, den 1,3 Millionen Euro teuren Ball in der Elbestadt zu etablieren und sogar das einfache Volk zu begeistern. Denn jedes Jahr tanzen in winterlicher Kälte vor der Semperoper tausende Dresdner mit. Das Geschehen aus dem Musentempel wird über Videowände nach außen übertragen und durch ein eigenes Programm bereichert. Fernsehübertragungen sichern bundesweit und via 3sat sogar internationales Publikum.
Hinter all dem steckt viel Arbeit. Die Oper wird umgerüstet und quasi in ein Fernsehstudio verwandelt, vier Tage gibt es keine Aufführung. Kurz vor dem Spektakel sind alle Tickets ausverkauft. Kulturmanager Bernd Aust räumt ein, dass die Warteliste diesmal nicht ganz so lang war. Trotz Rezession und Finanzkrise, die sich natürlich auch im Zusammenhang mit dem SemperOpernball bemerkbar macht, sind viele interessante Gäste unserer Einladung gefolgt, sagt er und zieht insgesamt eine positive Bilanz. Nun hoffen die Organisatoren darauf, dass sich in der schönsten Nacht des Jahres in und außerhalb der Oper möglichst viele Traumpaare finden.
Jörg Schurig, dpa
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