Leipzig. Hunderte Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben sich am Freitag in Sachsen an den bundesweiten Warnstreiks beteiligt. Vertreter der Gewerkschaft Verdi bewerteten den Grad der Beteiligung unterschiedlich. Es war ein Anfang, sagte Ines Jahn in Leipzig, wo rund 100 Mitarbeiter des technischen Rathauses am Morgen die Arbeit ruhen ließen. Wir hätten gedacht, es stehen mehr Kollegen dahinter, sagte dagegen Annelie Schneider in Chemnitz. Dort hatten sich 70 Mitarbeiter der Stadtverwaltung beteiligt. Insgesamt gab es in acht sächsischen Städten vorübergehende Arbeitsniederlegungen.
Mit den Warnstreiks soll den Arbeitgebern gezeigt werden, dass endlich eine Entwicklung in den Tarifkonflikt kommen muss und ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wird, sagte Gewerkschafter Frank Zierer in Freiberg. Verdi fordert fünf Prozent mehr Geld und bessere Ausbildungsvergütungen. Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen weisen die Forderungen als zu hoch zurück. Die Tarifverhandlungen gehen am 10. Februar in die dritte Runde.
Für die Mitarbeiter war es definitiv der erste Ausstand seit der Wende. Da mussten noch einige Ängste überwunden werden, begründete Jahn den eher verhaltenen Warnstreik in Leipzig. Kerstin Eger in Zwickau war dagegen mit der Beteiligung zufrieden. Dort hatte auch Winterdienst zeitweise die Arbeit ruhen lassen. Verkehrsprobleme gab es deswegen aber nicht. Es hat nicht geschneit. Es war glatt. Aber die Kollegen sind zuerst ihrer Pflicht nachgekommen und dann zu uns gestoßen, sagte Eger.
In Zschopau blieb am Freitag nach Gewerkschaftsangaben das Standesamt geschlossen. In Dresden legten unter anderem die Beschäftigten der Wasser- und Schiffverwaltung und des Kreiswehrersatzamtes die Arbeit nieder. In Thalheim sollte die Verwaltung ganztägig geschlossen bleiben. Für Montag kündigte Verdi Warnstreiks in Thüringen an.
dpa