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Foto: Flughafen Dresden
Altes Terminal (Hansahaus) des Flughafens Dresden.
In Klotzsche soll bis zum Jahresende das alte Flughafengebäude abgerissen werden. Das ehemalige Terminal 1, das den Namen Hansa-Haus trägt, wird bereits seit 2001 nicht mehr für den Passagierbetrieb genutzt. Zuletzt fanden dort Diskotheken statt. Anfang Mai durfte in den ehrwürdigen Hallen das letzte Mal gefeiert werden, jetzt wird der Abriss des Gebäudes vorbereitet.
Das Hansa-Haus wurde 1934 bis 1935 nach Plänen des Architekten Kurt Otto errichtet. Otto, ein Schüler und Mitarbeiter des Hellerau-Architekten Heinrich Tessenow, ließ es im Stil der Neuen Sachlichkeit errichten. Zuletzt war es nur noch ein Sorgenkind für die Flughafen-Verantwortlichen. „Die Unterhaltung des Gebäudes, das sich in schlechtem baulichen Zustand befindet, hat hohe Kosten verursacht", sagte Flughafen-Sprecher Christian Adler auf DNN-Anfrage. Die Erhaltung des Gebäudes für nur wenige Mieter sei „nicht mehr vertretbar". Zur Zeit werden dort technische Systeme abgebaut und Leitungen umverlegt. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, beginnt der Abriss.
Weder die städtischen Denkmalschützer noch die des Landes haben Einwände gegen diesen Plan. Das Gebäude sei ein „charakteristischer Bau seiner Zeit", teilte die Stadtverwaltung mit, seine Bedeutung für die Architekturgeschichte sei „in engem Zusammenhang mit den städtebaulich-verkehrsbaugeschichtlichen Belangen einzuordnen". Sie ordnete die Bedeutung aber nicht ein, sondern überließ dies dem Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Schließlich sei das Hansa-Haus kein eingetragenes Kulturdenkmal laut Denkmalschutzgesetz.
Dass es das nicht wurde, liegt unter anderem an Umbauten, die nach der Wende vorgenommen wurden. In den Unterlagen der Stadt steht, bereits 2001 habe es eine Anfrage an die Landesdenkmalpfleger zur Bedeutung des Terminals gegeben. „In der Antwort ist vermerkt, dass das Gebäude um 1991 komplett umgestaltet worden ist", so die Stadt. Der Bau sei „nahezu entkernt worden, ... ohne den Denkmalwert der Innenausstattung zu beachten".
Das bestätigt auch Hartmut Ritschel, Abteilungsleiter im Landesamt für Denkmalpflege. „Wie man heute sehen kann, ist das lang gestreckte Gebäude mit Turmanbau auch äußerlich umbaut", so Ritschel. Außerdem stehe es in einer Umgebung, die an die Bedingungen eines neuen Flughafens angepasst wurden. Und: „Es ist auch zu beachten, dass es sich beim Hansa-Haus nicht um eines der ersten Flughafengebäude Deutschlands handelt", teilte Ritschel mit. Dass Otto Tessenow-Schüler und -Mitarbeiter war, sei kein Grund, sein Bauwerk automatisch als Denkmal einzuordnen.
Dem Abriss steht damit nichts im Weg. Er kann wie geplant am 20. September beginnen. Die Flughafen-Verantwortlichen erwägen, an Stelle des Hansa-Hauses eine Halle für Kleinflugzeuge zu erreichten. Auf die können sie dann aus dem Bürogebäude schauen, das in den 1950er Jahren neben dem Terminal errichtet wurde. Dieser Bau steht im Denkmalverzeichnis. Der Grund: Er hat zwei „ausgesprochen beeindruckende Treppenhäuser", so Ritschel.
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