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Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll setzt im Februar 2012 weiter auf die Auswertung von Handydaten

Christoph Springer

  • Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll
    Foto: Carola Fritzsche
    Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll
Dresden. Die Dresdner Polizei setzt weiterhin auf die Speicherung von Handydaten. Das sagte Polizeipräsident Dieter Kroll im DNN-Interview. Falls nötig, soll die umstrittene Funkzellenabfrage auch bei den Februar-Demonstrationen in reichlich vier Wochen genutzt werden, um später über Daten von mutmaßlichen Gewalttätern verfügen zu können, erklärte der Polizeipräsident. Kroll ist in diesem Jahr erstmals für die Arbeit der Polizei rund um den 13. Februar zuständig.

Bei den Einsätzen im Februar wolle er den gesamten „Instrumentenkasten" der Polizei nutzen, sofern das erforderlich ist, sagte der Polizeipräsident. Dazu zählt er nicht nur „einfache körperliche Gewalt", sollten Blockierer versuchen, das Versammlungsrecht anderer Personen einzuschränken, sondern notfalls auch den Einsatz von Wasserwerfern, Räumpanzern und anderen Hilfsmitteln. Die Funkzellenabfrage ist aus seiner Sicht ein sinnvolles Mittel, um später etwa „vermummte Steinewerfer" identifizieren zu können.

Liegen etwa Daten von Handynutzern vor und wurden diese Handynutzer an verschiedenen Orten registriert, an denen es auch zu Gewalttätigkeiten kam, könnten die Telefondaten helfen, Angreifer ausfindig zu machen, so Kroll. In mehreren Fällen aus dem Februar 2011 habe das funktioniert, sagte der Polizeipräsident. Die Funkzellenabfrage sei wegen der großen Menge der Daten, die dabei anfallen können und die später ausgewertet werden müssen „vielleicht nur die zweitbeste Idee", so Kroll weiter, rechtlich einwandfrei sei sie 2011 aber zweifellos gewesen.

Bei seiner Auswertung der Ereignisse im vergangenen Jahr hat Kroll keine Mängel gefunden. Er soll aber nicht auf das Trennungskonzept setzen, das in den vergangenen Jahren regelmäßig im Mittelpunkt der Polizeitaktik stand. Kroll: „Es wird einen Kerneinsatzbereich geben - das ist der Aufzug der Rechten." Es sei aber nicht möglich, eine Stadt wie Dresden in Sektoren zu unterteilen, „die dann bestimmte Personen aus polizeitaktischen Gründen nicht betreten dürfen".



Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.01.2012.

© DNN-Online, 19.01.2012, 09:25 Uhr
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