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Einkaufen im Hauptbahnhof Dresden - 55 Geschäfte sollen in die Südhalle ziehen

Madeleine Arndt

  • Am Hauptbahnhof sollen 55 Läden in der Südhalle angesiedelt werden. (Archivbild)
    Am Hauptbahnhof sollen 55 Läden in der Südhalle angesiedelt werden. (Archivbild)
Dresden. Ein Bahnhof nicht nur zum Reisen, sondern zum Einkaufen und Wohlfühlen ist die Vision der Deutschen Bahn für den Dresdner Hauptbahnhof. Läuft alles nach Plan, werden bald Touristen und Einheimische unter den Hochbahnsteigen über eine 14.000 Quadratmeter umfassende Shopping-Meile flanieren. 2014 ist für Centermanager Janusch Plewnia von DB Netze das magische Jahr, in dem 55 neue Ladenflächen in der Südhalle entlang der Bayrischen Straße und in der Nordhalle an der Prager Straße öffnen sollen.

Die ganze Bandbreite von Lebensmitteln über Schuhe und Textilien bis zu Dienstleistungen soll in den Passagen unter den Gleisen angeboten werden. An der Seite zur Prager Straße sind 1600 Quadratmeter Fläche für einen Lebensmittelmarkt reserviert. Der könnte, ähnlich wie der Supermarkt im Neustädter Bahnhof, auch an Sonntagen Kunden anziehen. Der Ladenmix, der in der Innenstadt zusätzliche Konkurrenz schafft, wurde laut Plewnia innerhalb der Interessengemeinschaft Wiener Platz mit den umliegenden Geschäften und dem City-Management abgestimmt. Einen direkten Vergleich mit den Promenaden im Leipziger Hauptbahnhof wagt Plewnia nicht: "Es wird aber auf alle Fälle eine richtige Einkaufsmeile entstehen." Dreimal so viele interessierte Mieter hätten sich bisher für die neuen Ladeneinheiten gemeldet.

Derzeit werden die vorgesehenen Hallen im Rahmen der energetischen Sanierung des Hauptbahnhofs rekonstruiert und gedämmt. Über 6,3 Millionen Euro hat die Bundesregierung aus dem Konjunkturpaket I zur Verfügung gestellt, um zwei Zwischenwände in der Bahnhofshalle, die Fassade zum Wiener Platz, die Nord- und Südhalle und den Königspavillon auf Vordermann zu bringen. Mit den Arbeiten wurde Ende 2009 begonnen. "Zum 31. Dezember 2010 sollen sie abgeschlossen sein", sagt Projektleiterin Maritta Meißner von DB Station & Service.

Um einen Mix aus Alt und Neu zu erzielen, haben die Bauarbeiter Fassaden teils verputzt, teils die alten Sandsteine freigelegt und restauriert. Zum Beispiel an der Außenwand zum Wiener Platz: Hier hatte man in den 1970er Jahren Steinplatten als Verblendung angeschraubt und viele Simssteine abgebrochen. Allein 1,5 Millionen Euro fließen in die Sanierung des Königspavillons - das Prunkstück des Bahnhofs, das ursprünglich für den Empfang von Staatsgästen der sächsischen Monarchie vorgesehen war. Nachdem der 180 Quadratmeter große neobarocke Anbau seit den 1950ern bis 2000 als Kino diente, stand er zehn Jahre leer und verfiel.

Mithilfe von alten Bildern konnte er nun in den Originalzustand versetzt werden. Alle vermauerten Fenster wurden geöffnet, die schwarzen Wände abgestrahlt. Wo sich zuletzt ein provisorisches Flachdach befand, wölben sich wieder drei Kuppeln aus Zinkblech. In die Mittelkuppel wird demnächst ein Oberlicht eingesetzt.

Eine Durchgangstür zum Hauptbahnhof deutet an, dass später von hier eine Treppe hoch zu den S-Bahngleisen 17 bis 19 führen soll. Damit würde eine Verbindung zum zukünftigen Zentralen Omnibusbahnhof geschaffen, für den der Königspavillon als Empfangshalle angedacht ist. Weil die Stadt das Projekt aber auf Eis gelegt hat, wird der Pavillon nach seiner Sanierung erst einmal abgeschlossen und leerstehen. Ein Kino komme hier nicht mehr rein, sagt die Projektleiterin Maritta Meißner. Der Pavillon bleibe als Zugang für Reisende bestimmt.


© DNN-Online, 13.11.2010, 09:49 Uhr
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