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Ausverkaufte 4. Dresdner Schlössernacht findet großen Anklang

Tanja Tröger/Georg Wehse

  • Live-Musik, vielfältige künstlerische Darbietungen und nicht zuletzt das angenehme Wetter machten die 4. Dresdner Schlössernacht zu einem gelungenen Sommerfest.
    Foto: Georg Wehse
    Live-Musik, vielfältige künstlerische Darbietungen und nicht zuletzt das angenehme Wetter machten die 4. Dresdner Schlössernacht zu einem gelungenen Sommerfest.
Dresden. Bei sommerlichem Wetter haben am Samstagabend 6000 Besucher die 4. Dresdner Schlössernacht gefeiert. Rund um die drei Elbschlösser und die Saloppe boten die Veranstalter und 250 Künstler ein buntes Programm aus viel Live-Musik, Open-Air-Theater, Artistik, Klamauk und Kleinkunst, Ausstellungen, Showacts und natürlich Speis und Trank für alle Geschmacksrichtungen und Geldbeutel.

Phantasievoll kostümierte Darsteller auf Stelzen begrüßten die Gäste an den verschiedenen Eingängen. Die sogenannten „walking acts“ von Tasso & Co. wandelten auch im Laufe der Nacht über das Gelände und trugen so zur märchenhaften Atmosphäre bei. Viele weitere Darsteller, verkleidet als vornehme Damen und Herren aus der Zeit Augusts des Starken und der Jahrhundertwende, als Meerjungfrauen oder Figuren aus Karl-May-Romanen, mischten sich ebenfalls unter die flanierenden Gäste. Die Wild-West-Gestalten lasen später aus den Geschichten ihres Schöpfers vor. Am Lingerschloss trommelte die Percussiongruppe „Bateristas Del Sol“ aus Gera zum Empfang.


Höhepunkt des Abends war Tom Roeders Neuinszenierung von „Treibgut“. Die Vorstellung bei der Schlössernacht war die letzte von insgesamt drei Aufführungen und entsprechend gut besucht. Ein riesiges Grammophon, das in den Teich des Schlosses Albrechtsberg geschwemmt worden war, brachte Töne und Melodien aus vergangenen Zeiten mit sich.

Auch die Lichtshow von I-Light Projektion zog die Gäste in ihren Bann. Aller 15 Minuten projizierten die Künstler Bilder aus verschiedenen Jahreszeiten, Epochen und Stimmungen an Schloss Albrechtsberg. Da wuchsen Bäume in den Abendhimmel, Marienkäfer krabbelten über Grashalme, ein Herbststurm brachte scheinbar die Fassade zum Bröckeln. "Auf die neu entwickelten Projektionen haben wir einen größeren Fokus gelegt, um das fehlende Feuerwerk etwas zu kompensieren", sagte Mirco Meinel, Geschäftsführer der First Class Concept GmbH, die die Schlössernacht veranstaltet. Das ursprünglich geplante Feuerwerk war nicht genehmigt worden, um seltene einheimische Vögel und Fledermäuse zu schützen. Trotz des "Ersatz"-Lichtspektakels habe er das Feuerwerk vermisst, so Meinel, und versprach deshalb, sich zu bemühen, gemeinsam mit den Behörden eine Möglichkeit zu finden, im nächsten Jahr wieder ein Feuerwerk zu zünden.

Genauso fulminant, aber weit weniger poetisch ging es an der Südseite des Lingnerschlosses zu: Die alias Dieter Beckert, Wolf-Dieter Gööck, Robby Langer und Max Lorenz präsentierten „historischen Klamauk“: Vom Lärm der Schlössernacht aus ihrem ewigen Schlaf geschreckt, waren die früheren Besitzer der Schlosses kurzzeitig wieder zum Leben erwacht. Und da sie schon mal munter waren, besangen der 7. Earl of Findlater, Prinz Albrecht von Preußen, Karl August Lingner und Jungpionier Max die Schönheiten und Wunderlichkeiten ihrer Epochen – von Mundwasser bis Mutti, die früh zur Arbeit geht.

Auch Jugendliche aus heutiger Zeit präsentierten sich und ihre Arbeiten. Der „JugendKunstWeg“, organisiert von der auf Schloss Albrechtsberg ansässigen Jugendkunstschule Dresden, bestand aus verschiedenen Pavillons mit Ausstellungsstücken und Mitmachangeboten. Im „1001-Nacht-Pavillon“ etwa wurden orientalische Geschichten vorgelesen und die Gäste mit Bauchtanz bezirzt. Tänzerinnen stellten eine Kollektion ausgefallener Kleider vor.

Auf 15 Bühnen und Spielflächen bot die Schlössernacht natürlich auch jede Menge Livemusik von Klassik über Swing bis hin zu lateinamerikanischen Rhythmen. Am Lingnerschloss spielte beispielsweise die „Dresdner Galaband“ um Fridtjof Laubner, die bereits im Juni den musikalisch untermalt hatte. Sächsische Nachwuchskünstler wie L.E. Special oder das mittelalterlich anmutende „Zugabe-Kammerorchester“ musizierten ebenfalls auf den Bühnen und Wegen rund um die drei Elbschlösser. Die junge Sängerin Sarah Jane aus Dresden fesselte die Zuhörer mit ihrer beeindruckenden Stimme.

In der Saloppe gab’s Jazz&Swing mit dem New Town Swing Orchestra und DJ Cup of Jazz. Dazu zeigten die Dresden Hepcats, wie ein gekonnter Lindy Hop, Charleston, Swing oder Boogie-Woogie aussieht. Alle, die sich, davon angesteckt, noch weiter bewegen wollten, trafen sich zur Abschlussparty im Heizhaus und tanzten bis in den frühen Morgen.

© DNN-Online, 15.07.2012, 11:33 Uhr
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