Ausstellung
Ankauf sichert Dresdner Gemäldegalerie Frühwerk von Hackert
Dresden. Ein Hauch von Italien für Dresdens Galerie: Mit finanzieller Hilfe der Kulturstiftung der Länder hat die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister ein wichtiges Frühwerk des deutschen Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert (1737-1807) erworben. Das um 1770 entstandene Ölbild „Tempel der Sybille bei Tivoli" war im Zuge der sogenannten Bodenreform 1945 enteignet worden, 1949 aus Schloss Frohburg in den Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen gelangt und im Kunstgewerbemuseum Schloss Pillnitz ausgestellt. Durch Nießbrauch - dem Recht, eine Sache zu nutzen - konnte es nach der Rückgabe an die Alteigentümer in den 1990er Jahren weiter gezeigt werden.
Mit der sächsischen Adelsfamilie sei ein „moderater und fairer Preis" vereinbart worden, sagte Galeriedirektor Bernhard Maaz am Montag, ohne konkret zu werden. Ein Drittel der fünfstelligen Summe steuerte die Kulturstiftung der Länder bei. „Solche Ankäufe sind wichtig, um entzogenes Kulturgut zu sichern, und für den Frieden mit den ehemaligen Besitzern", sagte der stellvertretende Generalsekretär Martin Hoernes. Mit Blick auf 2014 sei diese Solidarität der Länder derzeit sehr gefragt. Laut Einigungsvertrag müssen bis dahin alle in Ostdeutschland befindlichen Museumsgüter zurückgegeben werden, die vor 1945 in adligem Besitz waren und nach dem Krieg enteignet wurden.
Hackerts 45 mal 56 Zentimeter messende Ansicht einer italienischen Landschaft trage dazu bei, die Lücke zwischen den frühromantischen Impulsen und den Romantikern zu schließen, sagte Maaz. Sein Schaffen von den 1760er Jahren bis kurz nach 1800 sei in die Zeit gefallen, als Kunstankäufe nach dem Siebenjährigen Krieg stagnierten. „Tempel der Sybille" schlage nun mit weiteren Landschaftsbildern des 18. Jahrhunderts die Brücke zu romantischen Landschaftsdarstellungen der Galerie Neue Meister. Das bereits 1928 erworbene Hackert-Gemälde „Cività Castellana" von 1775 ist laut Maaz derzeit nicht ausgestellt.
Der aus dem armen Mitteldeutschland stammende Hackert war der große Landschaftsmaler des späten 18. Jahrhunderts vor Caspar David Friedrich, sagte Maaz. „Er lebte in Rom und Neapel, arbeitete für alle Höfe, den englischen Landadel und den russischen Zarenhof." Letzterer habe sogar ein Holzschiff sprengen lassen, damit der Maler das wirklichkeitsnah malen konnte. „Es war das teuerste Modell aller Zeiten." Auch in der von Goethe editierten Biografie zeigte sich die Wertschätzung des Malers, so Maaz.
Mit der sächsischen Adelsfamilie sei ein „moderater und fairer Preis" vereinbart worden, sagte Galeriedirektor Bernhard Maaz am Montag, ohne konkret zu werden. Ein Drittel der fünfstelligen Summe steuerte die Kulturstiftung der Länder bei. „Solche Ankäufe sind wichtig, um entzogenes Kulturgut zu sichern, und für den Frieden mit den ehemaligen Besitzern", sagte der stellvertretende Generalsekretär Martin Hoernes. Mit Blick auf 2014 sei diese Solidarität der Länder derzeit sehr gefragt. Laut Einigungsvertrag müssen bis dahin alle in Ostdeutschland befindlichen Museumsgüter zurückgegeben werden, die vor 1945 in adligem Besitz waren und nach dem Krieg enteignet wurden.
Hackerts 45 mal 56 Zentimeter messende Ansicht einer italienischen Landschaft trage dazu bei, die Lücke zwischen den frühromantischen Impulsen und den Romantikern zu schließen, sagte Maaz. Sein Schaffen von den 1760er Jahren bis kurz nach 1800 sei in die Zeit gefallen, als Kunstankäufe nach dem Siebenjährigen Krieg stagnierten. „Tempel der Sybille" schlage nun mit weiteren Landschaftsbildern des 18. Jahrhunderts die Brücke zu romantischen Landschaftsdarstellungen der Galerie Neue Meister. Das bereits 1928 erworbene Hackert-Gemälde „Cività Castellana" von 1775 ist laut Maaz derzeit nicht ausgestellt.
Der aus dem armen Mitteldeutschland stammende Hackert war der große Landschaftsmaler des späten 18. Jahrhunderts vor Caspar David Friedrich, sagte Maaz. „Er lebte in Rom und Neapel, arbeitete für alle Höfe, den englischen Landadel und den russischen Zarenhof." Letzterer habe sogar ein Holzschiff sprengen lassen, damit der Maler das wirklichkeitsnah malen konnte. „Es war das teuerste Modell aller Zeiten." Auch in der von Goethe editierten Biografie zeigte sich die Wertschätzung des Malers, so Maaz.
© DNN-Online, 16.04.2012, 12:41 Uhr
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