Dresden > Kultur > Herbert Grönemeyer in Dresden: Knapp 20.000 Fans feiern bei "Männer" und "Mambo"
Canonical URL

Musik

Herbert Grönemeyer in Dresden: Knapp 20.000 Fans feiern bei "Männer" und "Mambo"

dbr/fk

  • Herbert Grönemeyer in Dresden: Knapp 20.000 Fans kamen zum Konzert ins Dresdner Ostragehege.
    Foto: Dominik Brüggemann
    Herbert Grönemeyer in Dresden: Knapp 20.000 Fans kamen zum Konzert ins Dresdner Ostragehege.
Dresden. „Kennt wieder keiner“, mutmaßte Herbert Grönemeyer bei seinem Konzert in Dresden über das Lied „Zu dir“, aber das traf wohl auf keines der gespielten Titel zu. Vor knapp 20.000 textsicheren Fans trat der deutsche Musiker am Sonnabend beim Open-Air-Kozert im Dresdner Ostragehege auf. Mit dem Song „Schiffsverkehr“ eröffnete er das knapp dreistündige Konzert der gleichnamigen Tour. Unterstützt von seiner Band griff er dabei immer wieder selbst zur Gitarre oder setzte sich an Keyboard und Flügel.

Das prägendste Mittel seiner Musik ist jedoch seine unverwechselbare Stimme. „Was singt der, schreit der nur?“, rätselte Grönemeyer selbstironisch. Dabei ist er fest überzeugt: „Ich habe eine schöne Stimme.“ Bei sanfteren Stücken wie „Halt mich“ oder dem nachdenklich stimmenden „Der Weg“ lieferte er hierfür überzeugende Beweise und erntete Applaus.

Aber Herbert Grönemeyer kann bekanntlich auch lustvoller, lebendiger und lauter. Mit „Bochum“ sang er früh am Abend jene Heimathymne, die ihn 1984 populär machte. Dazu die berühmten Hits wie „Mambo“, „Alkohol“ oder „Was soll das“. Einen Song spiele er sogar nur aus Rentenanspruchsgründen, denn „Männer“ sei schon längst aus dem umfassenden Repertoire geworfen worden.

Nach Tourstationen in Berlin und Beverungen gefiel es Grönemeyer scheinbar auch in Dresden. „Guten Abend Dresden, ist dat schön“, begrüßte er seine Fans mit einem herben Ruhrpottgruß. Einzig die großen Videoleinwände kratzten an seinem Ego. „Das schlimmste ist, das man sich immer selbst sieht. Grauenvoll kann ich ihnen sagen - man hat ja doch ein anderes Bild von sich selbst“, persiflierte er weiter über seine angeblich sture, stille und ernste Art, die an diesem Abend nicht häufig an ihm entdeckt werden konnte.

Eine Ausnahme bildete seine Botschaft gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit. Trotz Eurokrise dürfe man diesem Gedankengut keinen Millimeter Platz zugestehen, forderte er. Aus diesem Anlass spielte er den Song „Härte“ mit der treffenden Zeile „Hart im Hirn, weich in der Birne“ aus dem Album „Chaos“ von 1993.

Gut gelaunt und häufig dankend verabschiedete sich Grönemeyer nach 90 Minuten das erste Mal vom Dresdner Publikum. Für kurze Gastspiele ist der inzwischen in London lebende Künstler jedoch nicht bekannt. So verlängerte er das Konzert mit etlichen Zugaben auf knapp drei Stunden. Spätestens ab der ersten Zugabe lebte auch das Publikum den glückseligen Geist, den Grönemeyer offenherzig nach außen trug. Den stimmungsvollen Höhepunkt erreichte der Abend mit dem Lied „Zeit, dass sich was dreht“. Schlagzeuger Armin Rühl ließ die Drumsticks rotieren, die Backround-Sänger drehten sich im Kreis und das Publikum tanzte.

„Es macht immer einen Heidenspaß, aber es ist komisch wenn man das sagt“, bedankte sich Herbert Grönemeyer bei seinen Fans. Flankiert von zwei Feuerwerken fand das Fest ein Finale bei „Vollmond“.

© DNN-Online, 03.06.2012, 19:00 Uhr
Canonical URL
Social Bookmarks:

Suche in Kultur

Weitere Meldungen

Weitere Videos

Weitere Fotos

Events

Oops die Fehlerbox

Ihre Meinung ist uns wichtig

Sollten Sie einen Fehler gefunden oder eine Anmerkung für uns haben, sind wir dankbar für alle Hinweise. Schicken Sie uns eine E-Mail an:

desk@dnn-online.de