Bildung
Vorlesung vor dem Hauptbahnhof – Studenten protestieren gegen Kürzungen an der TU
Dresden. Dresdner Studenten protestierten am Mittwochmittag an mehreren Orten im Stadtgebiet unter dem Motto „RAUS!gekürzt" mit öffentlichen Vorlesungen gegen geplante Sparmaßnahmen. Was und wie genau im Haushalt der TU Dresden gekürzt werden wird, ist noch nicht klar. Klar ist aber: Es wird massive Kürzungen im sächsischen Bildungshaushalt geben. Bereits 2013 wird an den Studiengängen Geographie, Abfallwirtschaft und Altlasten und Romanistik gestrichen.
Vor dem Hauptbahnhof hatten sich gegen 13 Uhr vornehmlich Verkehrswissenschaftler, aber auch ein paar Romanistik-, Psychologie- und sonstigen Stundenten versammelt, um zu lauschen. Philipp Schönberger führte die rund 150 Zuhörer kurz ins Portugiesische ein, ehe Gunter Thiele über Verkehrsmanagement plauderte. Vorlesungsende war bereits nach uni-untypischen 30 Minuten. Doch es sollte am Mittwoch nicht um die Inhalte gehen, sondern darum, Aufmerksamkeit zu erregen. Und das ist den Studenten gelungen: Immer wieder blieben vor allem ältere Leute stehen, fragten nach dem Warum und erhielten Handzettel mit Informationen. „Immer ordentlich Druck machen", riet eine freundliche Passantin.
Lorenz Wünsch, Sprecher des Fachschaftsrates für Verkehrswissenschaften, fasste am Rande der Veranstaltung zusammen, um was es geht: „Was genau gestrichen wird, das wüssten wir selber mal gerne. Aber klar ist, dass Lehrstühle wegfallen." Das Paradoxe: Das Land geht von sinkenden Studentenzahlen aus. „Das können wir so aber nicht nachvollziehen", kontert Wünsch. „Der geplante Stellenabbau steht in krassem Gegensatz zur Exzellenzinitiative der TU", kritisierte er.
Am Mittwochabend wird es noch ein ausführliches Gespräch mit dem Rektor Hans Müller-Steinhagen geben. Mehrere Studentenvertreter warteten am Nachmittag im Gebäude auf den Termin, der nach 20 Uhr stattfinden soll. "Die Studenten sind hier zu Gast und warten friedlich im Gang", schildert Kim-Astrid Magister, Pressesprecherin der TU Dresden, die Lage und geht damit Gerüchten entgegen, das Rektorat sei besetzt worden.
Sachsen will voraussichtlich bis 2020 mehr als 1000 Stellen an den Hochschulen kürzen - das Gros davon ab dem Jahr 2016. Derzeit gibt es rund 9000 Stellen im Hochschulbetrieb. „Die Kürzungen werden die sächsische Hochschullandschaft ruinieren", sagte Linken-Hochschulexperte Gerhard Besier. Vor allem Geistes-, Sozialwissenschaften sowie die Sprachausbildung würden stückchenweise amputiert. „Die Salamitaktik muss aufhören", forderte Besier. Die SPD-Fraktion im Landtag forderte unterdessen Klarheit vom Wissenschaftsministerium. Nahezu täglich erfahre man von neuen Bereichen und Studiengänge, die abgewickelt werden sollen.
Vor dem Hauptbahnhof hatten sich gegen 13 Uhr vornehmlich Verkehrswissenschaftler, aber auch ein paar Romanistik-, Psychologie- und sonstigen Stundenten versammelt, um zu lauschen. Philipp Schönberger führte die rund 150 Zuhörer kurz ins Portugiesische ein, ehe Gunter Thiele über Verkehrsmanagement plauderte. Vorlesungsende war bereits nach uni-untypischen 30 Minuten. Doch es sollte am Mittwoch nicht um die Inhalte gehen, sondern darum, Aufmerksamkeit zu erregen. Und das ist den Studenten gelungen: Immer wieder blieben vor allem ältere Leute stehen, fragten nach dem Warum und erhielten Handzettel mit Informationen. „Immer ordentlich Druck machen", riet eine freundliche Passantin.
Lorenz Wünsch, Sprecher des Fachschaftsrates für Verkehrswissenschaften, fasste am Rande der Veranstaltung zusammen, um was es geht: „Was genau gestrichen wird, das wüssten wir selber mal gerne. Aber klar ist, dass Lehrstühle wegfallen." Das Paradoxe: Das Land geht von sinkenden Studentenzahlen aus. „Das können wir so aber nicht nachvollziehen", kontert Wünsch. „Der geplante Stellenabbau steht in krassem Gegensatz zur Exzellenzinitiative der TU", kritisierte er.
Am Mittwochabend wird es noch ein ausführliches Gespräch mit dem Rektor Hans Müller-Steinhagen geben. Mehrere Studentenvertreter warteten am Nachmittag im Gebäude auf den Termin, der nach 20 Uhr stattfinden soll. "Die Studenten sind hier zu Gast und warten friedlich im Gang", schildert Kim-Astrid Magister, Pressesprecherin der TU Dresden, die Lage und geht damit Gerüchten entgegen, das Rektorat sei besetzt worden.
Sachsen will voraussichtlich bis 2020 mehr als 1000 Stellen an den Hochschulen kürzen - das Gros davon ab dem Jahr 2016. Derzeit gibt es rund 9000 Stellen im Hochschulbetrieb. „Die Kürzungen werden die sächsische Hochschullandschaft ruinieren", sagte Linken-Hochschulexperte Gerhard Besier. Vor allem Geistes-, Sozialwissenschaften sowie die Sprachausbildung würden stückchenweise amputiert. „Die Salamitaktik muss aufhören", forderte Besier. Die SPD-Fraktion im Landtag forderte unterdessen Klarheit vom Wissenschaftsministerium. Nahezu täglich erfahre man von neuen Bereichen und Studiengänge, die abgewickelt werden sollen.
© DNN-Online, 18.01.2012, 16:15 Uhr
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