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2. Bundesliga

Mehr Polizisten bei Spielen von Dynamo Dresden im Einsatz

sl / dbr / dpa

  • Bei Dynamo stieg die Zahl der Polizeieinsätze - Ursache ist die gestiegene Zahl an Risikospielen (Archivbild).
    Foto: Ulrich Löser
    Bei Dynamo stieg die Zahl der Polizeieinsätze - Ursache ist die gestiegene Zahl an Risikospielen (Archivbild).
Dresden. Die Polizei Dresden bestätigt: In der abgelaufenen Saison waren rund um die Heimspiele der SG Dynamo Dresden deutlich mehr Polizisten im Einsatz als im Jahr zuvor. Waren es in der Saison 2011/11 noch durchschnittlich 304 Beamte pro Spiel, sicherten 2011/12 jeweils 581 Beamte eine Partie der Dresdner ab.

Allerdings relativierten die Dresdner Ordnungshüter auf Anfrage von DNN-Online die Zahlen auch: Grund für die gestiegene Zahl der Einsatzstunden sei vor allem, dass Dynamo nach dem Aufstieg deutlich mehr Risikospiele austrug, als noch in der dritten Liga. So empfing Dynamo in der Vorsaison mit Aue, Cottbus, Union Berlin und Hansa Rostock gleich vier Ost-Gegner. Hinzu kamen mit St. Pauli und Eintracht Frankfurt weitere Gegner, bei denen die Beamten erhöhte Vorsicht walten ließen. Im Jahr zuvor gab es mit Erfurt, Jena und Rostock nur drei Gegner aus dem Osten, zudem galten Spiele gegen Amateurteams oder Clubs wie Heidenheim oder Sandhausen für die Dresdner Beamten als wenig heikel.

, dass Sachsen für die Sicherheit bei Fußballspielen einen auf Dauer zu hohen Preis zahle. „Ich würde die Beamten lieber für die Sicherheit der Bevölkerung und den Kampf gegen Kriminalität, zum Beispiel gegen Rechtsextremismus und an der Grenze, einsetzen“, hatte Ulbig mitgeteilt. Er fordert unter anderem personalisierte Tickets bei Risikospielen, eine konsequente Durchsetzung von Stadionverboten und schnelle Bestrafungen.

Dabei sinkt die Zahl der Polizeieinsätze bei Dynamo langfristig, auch dank des neuen Stadions. Seit dem Dezember 2002 habe es bei Dynamo-Heimspielen keinen Wasserwerfer-Einsatz mehr gegeben. Mussten früher 9000 Polizisten pro Saison ausrücken, reichen inzwischen 6000, hatte Polizei-Einsatzleiter Bernd Pätzold – die Einschätzung wird auch jetzt von der Polizei prinzipiell bestätigt – lediglich die Risikospiele ließen die Einsatzzahlen nach oben schnellen.

Stattdessen hat sich in der Fanszene viel getan. Das Fanprojekt ist seit seiner Gründung 2005 anerkannt und hoch geachtet, die Fanszene gilt als bunt und kreativ, auch wenn es noch immer „schwarze Schafe“ im Fanblock gibt. So lädt beispielsweise die antirassistische Faninitiative „1953international“ zum Heimspiel gegen Bochum mehrere Flüchtlinge aus Dresden und Umgebung ins Glücksgas-Stadion ein.

Hinzu kommt, dass es in den vergangenen Jahren bei Heimspielen von Dynamo Dresden fast immer ruhig blieb. Einzig das bildete eine traurige Ausnahme. Damals war es während des Spiels zwischen Gästeblock und Gegengerade zu kleinen Tumulten bekommen, nach Abpfiff musste die Polizei die rivalisierenden Fanlager voneinander fernhalten, als 250 Dynamo-Fans versuchten, zu den Bussen der Gäste-Fans zu gelangen. Allein bei diesem Spiel waren rund 1100 Polizisten im Einsatz.

Laut Innenministerium waren in der Saison 2011/12 mehr als 30.500 Polizisten bei Fußballspielen in Sachsen im Einsatz. Dabei wurden 577 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei handelte es sich meist um Fälle von Landfriedensbruch, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Verfahren wegen des Einsatzes von Pyrotechnik durch Fans. Während die Zahl der Verfahren leicht anstieg, sank die Zahl der Verletzten von 92 auf 71 Personen.

© DNN-Online, 08.12.2012, 09:50 Uhr
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