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Orchester-Ranking löst bei Staatskapelle Stolz und Freude aus

dpa
Bloomington/London.Die Sächsische Staatskapelle Dresden gehört nach dem Urteil von Kritikern zu den zehn besten Orchestern der Welt. Bei einem Ranking des renommierten britischen Klassik- Magazins „Gramophone“ landeten vier deutsche Orchester unter den Top 20. Die Berliner Philharmoniker belegen in der Rangliste den zweiten Platz. Sie mussten nur dem Concertgebouw in Amsterdam den Vortritt lassen. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erreichte Rang sechs, die Dresdner folgen auf Platz 10.
Damit hat Deutschland - genau wie die USA - drei Orchester unter den Top 10. Das Leipziger Gewandhausorchester wurde auf dem 17. Rang eingestuft. Auf Platz drei und vier kamen die berühmten Wiener Philharmoniker und das London Symphony Orchestra. Die New Yorker Philharmoniker belegten Platz 12. Das Magazin befragte für das Ranking international führende Musikkritiker. Für die Bewertung ausschlaggebend war ein Mix aus der Beurteilung von aktuellen Konzerten, Tourneen und CD-Einspielungen.

In dem Magazin heißt es, die Auswahl der Orchester zeige einen „Triumph des Charakters“. „Zu viele Musikkapellen haben heutzutage einen gleichförmigen und aalglatten Klang“, schreibt „Gramophone“- Herausgeber James Inverne. Das Concertgebouw zeichnete sich dagegen genauso wie das Chicago Symphony Orchestra (Platz 5), das Budapester Festival Orchestra (Platz 9) und die Dresdner Staatskapelle durch einen eigenen Charakter aus. 
Bei der „Kapelle“ löste die Nachricht fernab der Heimat Stolz aus. Das Orchester der Semperoper ist derzeit mit seinem Chefdirigenten Fabio Luisi auf USA-Tournee. „Ich freue mich über diese Bewertung, weil ich sie auch als Ausdruck unserer bisherigen gemeinsamen Arbeit verstehe, in Konzerten, in der Oper und im Aufnahmestudio. Obwohl man Orchester-Rankings immer ein bisschen kritisch und locker sehen sollte, ist es natürlich schön, in der Gesellschaft der besten Orchester der Welt zu sein. Für mich liegt die besondere Qualität der Staatskapelle in ihrer Homogenität des Klangs, in der Noblesse der Phrasierung, in einer unverwechselbaren orchestralen Färbung“, sagte Luisi.

„Dies ist eine sehr erfreuliche Auszeichnung für die Staatskapelle, die wir als ein Ergebnis der öffentlichen Wahrnehmung im Bereich unserer globalen Konzert- und Tourneetätigkeit sowie der aktuellen Medienproduktionen verstehen“, betonte Orchesterdirektor Jan Nast. Nikolaj Znaider, einer der weltweit führenden Geiger, stellt in dem „Gramophone“-Artikel den unverwechselbaren Klang der Staatskapelle als Alleinstellungsmerkmal des Orchesters heraus: „Damit meine ich einen Klang, der noch mehr als bei vielleicht allen anderen Orchestern sofort erkennbar ist.“

Bereits vor zwei Jahren war die Sächsische Staatskapelle bei einer Klassifizierung der europäischen Spitzenorchester im Auftrag des französischen Fachmagazins „Le Monde de la Musique“ unter die Top Five gewählt worden. Das Orchester feierte in diesem Jahr seinen 460. Geburtstag. Es spielt in der Semperoper jährlich rund 260 Opern- und Ballettvorstellungen, hinzu kommen rund 50 Sinfonie- und Kammerkonzerte sowie 40 Auftritte bei Tourneen.
 

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