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Selbstverpflichtung und Maßnahmepaket sollen Umweltzone in Dresden verhindern

Heiko Weckbrodt

  • Eine Umweltzone wie in Leipzig will Dresden verhindern.
    Foto: dpa
    Eine Umweltzone wie in Leipzig will Dresden verhindern.
Dresden. Vor allem im Interesse der Dresdner Wirtschaft will die Stadtverwaltung eine Umweltzone vermeiden. Statt auf Fahrverbote für Altfahrzeuge wie in Leipzig oder Berlin setzt die hiesige Rathausspitze auf einen mehrstufigen Luftreinhalteplan. Der muss bis Mitte Mai beim Land und dann bei der EU eingereicht werden. Grund: Dresden hat in den vergangenen Jahren mehrfach die EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffoxide überschritten, Millionenstrafen drohen.

"Die deutschen Städte und Gemeinden baden jetzt ein Versagen des Bundes aus", begründete der amtierende Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert seinen Luftreinhalteplan. "Hätte der Bund bereits früher bei der Automobilindustrie auf eine Modernisierung gedrängt, hätten wir nicht solche Probleme."

Ein Blick auf den Dresdner Fahrzeugpark zeigt, was er meint: Durch Abwrackprämie und fortlaufende Modernisierung erfüllen inzwischen 90 Prozent aller Dresdner Privat-Autos die Kriterien für eine freie Fahrt in der Umweltzone. Bei den Diesel-Transportern und Lastern des Gewerbes, die oft bis zur Totalabschreibung heruntergefahren werden, sind es 31 Prozent.

Statt die Umrüstung per Umweltzone zu erzwingen, setzt Dresden auf Selbstverpflichtungen: Die Wirtschaftskammern sagen zu, bis Jahresende 63 Prozent der Nutzfahrzeuge fit für die "Grüne Plakette" zu machen, 2015 sollen es 85 Prozent sein. Außerdem soll sich die Zahl der gestützten Bus- und Bahn-Monatskarten in Betrieben bis 2015 auf rund 23.000 "Job-Tickets" mehr als verdreifachen.



Die über 50 Maßnahmen des Luftreinhalteplans enthalten auch viele bittere Pillen für Lasterfahrer und die Dresdner Autofahrer: Das Tempo auf stadtnahen Autobahnabschnitten wird auf 100, das Limit auf der Tolkewitzer Straße eventuell sogar auf 20 km/h gedrosselt. In der Innenstadt werden die letzten Gratis-Parkplätze kostenpflichtig. Wenn die Waldschlösschenbrücke freigegeben ist, wird das "Blaue Wunder" von drei auf zwei Fahrspuren verengt. Lastwagen über 3,5 Tonnen dürfen fortan Dresden nur noch beliefern, aber nicht mehr durchfahren. Und bei akuter Luftverschmutzung drosseln Pförtnerampeln den gesamten Verkehr gen Innenstadt.

© DNN-Online, 28.04.2011, 08:55 Uhr
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