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Klamme Kassen sorgen in Sachsen für dunkle Straßen

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  • Wegen Geldmangels bleiben immer häufiger Straßenlaternen dunkel.
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    Wegen Geldmangels bleiben immer häufiger Straßenlaternen dunkel.
Dresden. Düstere Lage nicht nur in den Haushaltskassen, sondern auch auf Sachsens Straßen: Viele Straßenlaternen werden nachts komplett oder zumindest zeitweise abgeschaltet, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Kommunen wollen so Energiekosten einsparen. Vor allem in den Sommermonaten, wenn es lange hell ist, bleiben viele Lampen aus. Manche Gemeinden suchen auch nach kreativen Möglichkeiten und rufen neue Projekte ins Leben - wie etwa „dial4light" - Licht per Anruf. Experten mahnen unterdessen, auch an Fußgänger und Autofahrer zu denken.

„Bei solchen Überlegungen sind immer auch Fragen der Verkehrssicherung zu beachten", sagte Mischa Woitscheck, Geschäftsführer des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. Bei gefährlichen Straßenkreuzungen oder Straßeneinmündungen bleiben daher die Straßenlampen an, hieß es. Dennoch entscheiden sich immer mehr Städte und Gemeinden, nachts zumindest bei einigen Straßenzügen auf eine Beleuchtung zu verzichten.

Um Energiekosten zu senken, schaltet etwa Chemnitz die Beleuchtung zwischen 22 und 5 Uhr aus - nach Stadtangaben allerdings nur in Parkanlagen, Gewerbegebieten oder in Nebenstraßen. Straßen in Wohngebieten und im Stadtzentrum werden dagegen illuminiert wie bisher. Die meisten Anwohner nehmen das offenbar hin: „Es gibt nahezu keine Bürgerbeschwerden", sagt ein Stadtsprecher. Probleme mit der Sicherheit gebe es nicht.

Rund 25.000 Euro könnten so im Jahr gespart werden. Das reicht allerdings nicht aus. Um das Haushaltsloch zu stopfen, hat Chemnitz in diesem Jahr auch die Grund- und Hundesteuer angehoben. Bis 2015 müssen 45,5 Millionen Euro gespart werden, hieß es. Auch in Dresden bleiben von April bis September einige Straßen zwischen Mitternacht und 6 Uhr dunkel, in den Wintermonaten von 23 bis 5 Uhr.

Auch in kleineren Gemeinden sieht es düster aus: So hat sich im ostsächsischen Hohendubrau der Gemeinderat darauf verständigt, die Straßenbeleuchtung im Juni und Juli komplett abzuschalten. Seit vergangenem Jahr bleiben auch in Bad Lausick (Kreis Leipzig) die Straßen teilweise dunkel. Die Kurstadt hofft, damit pro Jahr rund 31.000 Euro sparen zu können. In Großenhain wird die Straßenbeleuchtung ab 22 Uhr abgedreht, auch in Oybin (Zittauer Gebirge) und in Reichenbach (Vogtland) will die Verwaltung so Geld sparen.

Martina Angermann, Bürgermeisterin der Gemeinde Arnsdorf (Kreis Bautzen), sucht nach einer kreativen Lösung: Sie prüft derzeit das Pilotprojekt „dial4light" - Licht per Anruf. Dabei wird die Straßenbeleuchtung nachts komplett abgeschaltet. „Wer aber spät noch nach Hause will, kann per Handy oder Festnetz die Beleuchtung anschalten, quasi wie zu Hause", erklärt Angermann. Nach Angaben der Betreiberfirma könnten so bis zu 26.000 Euro im Jahr an Energiekosten gespart werden.

Nach Angaben des Sächsischen Städte- und Gemeindetages müssen die Kommunen in Sachsen auch künftig auf strikten Sparkurs gehen. „Trotz der guten konjunkturellen Situation verschlechtert sich die Haushaltssituation derzeit", sagt Geschäftsführer Mischa Woitscheck. Allein im ersten Quartal 2011 weise die Kassenstatistik ein Minus von 34 Millionen Euro aus. Weil die Zuweisungen an die Ostkommunen zum Ausgleich der höheren Arbeitslosigkeit gekürzt werden, müssen die sächsischen Kommunen zudem von 2012 an jährlich mit rund 77 Millionen Euro weniger auskommen.

© DNN-Online, 25.06.2011, 16:52 Uhr
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