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Steht das größte Aquarium Europas bald im Wiener Loch in Dresden?

Dominik Brüggemann

  • Eine Vision für das Wiener Loch: Europas größtes Aquarium.
    Foto: PR
    Eine Vision für das Wiener Loch: Europas größtes Aquarium.
Dresden. 12 Millionen Liter Wasser, 120 Millionen Euro Baukosten und 900.000 Besucher pro Jahr. Die Zahlen, die der Dresdner Friedrich Tietze für sein am Wiener Loch geplantes Aquarium präsentiert, sind beeindruckend. Der Student der Wasserwirtschaft, der das Großprojekt seit November 2010 plant, will dort etwa 80 neue Arbeitsplätze schaffen.

„Die Baubrache am Wiener Platz verlangt nach einer attraktiven und sinnvollen Bebauung", sagt der 28‐jährige Student. „Doch was soll hier entstehen? Noch eine Einkaufsgalerie? Meine Idee - eine überregionale Attraktion, ein Tourismusmagnet: ein zoologisches Großaquarium."

Seine Planungen beinhalten auch den Bau von Europas größtem Schaubecken. Das Ozeanbecken werde etwa 30 mal 30 Meter groß werden, elf Meter hoch und 12 Millionen Liter Wasser fassen.

Auch Walhaie, die größten Fische der Erde, könnten nach Tietzes Plänen nach Dresden geholt werden. Dabei legt er Wert darauf, dass das Aquarium nicht nur eine Show-Anlage werden solle, sondern auch einen wichtigen Bildungsbeitrag zum Schutz der Meere bieten solll. Und nicht nur Tagestouristen sollen künftig die Fischschwärme und Korallenriffe bestaunen. Auch Kongresse, Konferenzen und Feiern für bis zu 250 Personen sind im Aquarium geplant.

Damit die Besucher den vollen Durchblick haben, gibt es bereits erste Berechnungen für die größte Scheibe im Dresden Aquarium: Sie soll 24 Meter breit und 8 Meter hoch sein und etwa 4,4 Millionen Euro kosten. Bei der Umsetzung seiner Vision helfen ihm Kontakte aus mehreren Praktika in Berlin und New York. Mit dabei ist unter anderem der ehemalige Berliner Zoodirektor Dr. Jürgen Lange, der ihn als Berater unterstützt.

Auch die Stadt Dresden ist bereits über sein Großprojekt informiert. Da jedoch nach städtischem Kenntnisstand derzeit keine Finanzierung der Projektidee in Aussicht stehe, halte man eine Realisierung für unwahrscheinlich, so die Stadt auf Anfrage. Tietze weiß auch, dass das Sealife, ein europaweiter Betreiber von Großaquarien, Dresden als Standort bereits vor einigen Jahren geprüft und abgelehnt habe. „Das Interesse von Jung und Alt an der Welt unter Wasser ist riesig. Ein Großaquarium am zentralen Wiener Platz würde dauerhaft touristische Impulse weit über Dresdens Stadtgrenzen hinaus setzen", ist der Dresdner trotzdem von seiner Idee überzeugt. Deswegen habe er auch den Mut, mit seinem Plan weiter zu machen.

Der aktuelle Stand für das Großprojekt ist ein ausgefertigter Entwurfsplan. Ob die bereits gewonnenen Projektpartner einer Planungs- und einer späteren Bauausführung tatsächlich zustimmen, ist offen. Selbst wenn sein ambitioniertes Vorhaben nicht umgesetzt wird, ist Tietze bereits jetzt über die gesammelte Erfahrung froh. Trotzdem hofft der Student jetzt auf ein klares Bekenntnis der Stadt - und einen Investor.



© DNN-Online, 16.08.2011, 17:49 Uhr
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