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Integrationsbeauftragte: Ausländer sind ein Zugewinn für Dresden

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  • Vor dem Dresdner Rathaus sind weiße Rosen und Beileidsbekundungen für die erstochene Ägypterin Marwa El-Sherbini niedergelegt.
    Vor dem Dresdner Rathaus sind weiße Rosen und Beileidsbekundungen für die erstochene Ägypterin Marwa El-Sherbini niedergelegt.
Ein Schock mit Folgen: Dresden wird nie wieder so sein wie vor der Ermordung an der Ägypterin Marwa El-Sherbini. „Noch heute ergreift mich bei der Erinnerung an diese Tat die gleiche Fassungslosigkeit, die gleiche Wut und die gleiche Trauer wie damals", sagt Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Dass so etwas auch in Dresden passiert sei, müsse immer in Erinnerung behalten werden, sagt Dresdens neue Integrations- und Ausländerbeauftragte Dr. Uta Kruse. Dresden müsse mehr dagegen tun. Die Welt habe das wahrgenommen, beobachte die Stadt. „Auskländer sind vorsichtiger geworden, nach Dresden zu kommen." Immer noch wird gepöbelt

Der Vorsitzende des Ausländerrats, Sebastian Vogel, mahnt ein Jahr danach: „Das Beschimpfen, Missachten, Anpöbeln und Ausgrenzen von Menschen, die anders aussehen oder anders leben, ist immer noch alltäglich." Das sieht die Integrationsbeauftragte der Stadt ähnlich. Dresden sei zwar weltoffen, aber es gebe eine „latente Fremdenfeindlichkeit, die bei alltäglichen Pöbeleien beginnt und bis zu körperlichen Übergriffen reicht". Auch dürfe man nicht unterschätzen, dass Rechte versuchen, Kinder und Jugendliche für sich zu begeistern, warnt Kruse. Man dürfe nicht wegschauen, die komplette Stadt müsse sich gegen Fremdenfeindlichkeit bekennen.

Mehr aufeinander zugehen

Zurzeit leben in der sächsischen Landeshauptstadt rund 24000 Ausländer sowie noch mal so viele Menschen mit Migrationshintergrund wie Spätaussiedler. Deshalb fordert Kruse: „Die Dresdner müssen noch mehr erkennen, dass Ausländer ein Zugewinn für die Stadt und das Leben hier sind." Darauf richtet Kruse ihre Arbeit aus. Sie möchte erreichen, dass Dresdner und Ausländer mehr aufeinander zugehen. Die Integrationsbeauftragte hat festgestellt, dass „viele ein gefühltes Problem mit Ausländern haben - aus Unkenntnis."

Stadt muss sich mehr öffnen

Bei ihrer Arbeit lässt sich Kruse von zwei Schlüsselbegriffen leiten: Partizipation und Integration. Entscheidend sei dafür die Sprachentwicklung, denn Sprache brauche jeder, um sich zu organisieren, zu orientieren und seine Rechte wahrzunehmen. Deshalb spreche sie mit vielen Menschen, gehe sie zu den Migrantenvereinen, will sie maßgeschneiderte Angebote entwickeln und versucht, auch die Mitarbeiter in der Verwaltung für das Thema zu sensibilisieren. Auch die Verwaltung müsse noch offener werden.


© DNN-Online, 01.07.2010, 13:34 Uhr
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