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Erneut Auto in Döbeln angezündet - nach Brandanschlägen noch keine Spur von den Tätern
Döbeln. Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag erneut ein Auto in Döbeln angezündet. Wie die Polizeidirektion Westsachsen mitteilte, wollten die Täter gegen 2.20 Uhr einen abgestellten Fiat-Transporter in der Albertstraße in Brand setzen. Ein Zeuge habe das Feuer jedoch bemerkt und konnte es löschen, bevor ein größerer Schaden entstand, hieß es.
Erst in der vorangegangenen Nacht waren zwei Autos in Döbeln in Flammen aufgegangen. Die Polizei sucht weiter nach den Tätern, hat bislang jedoch keine neuen Erkenntnisse. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist bislang noch unklar. Es liegt jedoch nahe, dass es sich bei der Brandstiftung am Mittwoch um einen politisch motivierten Racheakt von Rechtsextremen handelt.
Kurz nach 3 Uhr wurde die Feuerwehr in dieser Nacht zum ersten Autobrand gerufen. „Von einem in der Gabelsberger Straße abgestellten Opel Astra brannte der Innenraum und der rechte Reifen“, berichtet Wehrleiter Thomas Harnisch. Die Blauröcke waren noch bei den Löscharbeiten, als ein auf dem Parkplatz am Busbahnhof stehender weißer Peugeot in Flammen aufging. „Das Auto brannte im vorderen Bereich lichterloh“, so Harnisch, dessen Löschtruppe auch an dieser Stelle eingreifen musste.
Stark anzunehmen, dass die Tat vom Mittwoch eine Reaktion auf die Autobrände vom 2. Juli ist. Ebenfalls in der Nacht waren auf dem Döbelner Edeka-Parkplatz ein VW Golf und ein Renault Clio angezündet worden. Eines der Fahrzeuge hatte der Täter mit einer linksgerichteten Parole besprüht. Die Polizei sprach von einem möglichen politischen Hintergrund, der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.
Wenn am 2. Juli tatsächlich Linksextreme die Autos von Rechtsextremen angebrannt haben, dann gab es nun wahrscheinlich die Retourkutsche. Das fast zeitgleiche Abfackeln zweier Autos kann kaum ein Zufall sein, genauso wenig wie die Auswahl der Fahrzeuge. Der Opel Astra gehört einer jungen Frau, die Mitarbeiterin im Döbelner Treibhaus-Verein ist. Dass der Verein der rechtsextremen Szene in der Region ein Dorn im Auge ist, daraus hat diese mit offenen Anfeindungen in der Vergangenheit keinen Hehl gemacht.
Besitzer des Peugeots ist ein 23-jähriger Verwaltungsfachangestellter, der im April dieses Jahres vor Gericht gegen Döbelner Neonazis ausgesagt hat. In dem Fall ging es um hunderte zerstörte Wahlplakate des SPD-Landtagsabgeordneten Hennig Homann. Den Rechtsextremen war gemeinschaftliche Sachbeschädigung vorgeworfen worden. Das Strafverfahren musste aber mangels eindeutiger Beweise eingestellt werden. „Erst vor wenigen Tagen bin ich in einer Kaufhalle von einem Neonazi angerempelt und bedroht worden“, so der 23-Jährige am Mittwoch, der fassungslos vor den Resten seines Peugeots stand. „Dich und Deine Karre zünden wir auch noch an“, soll der stadtbekannte Rechtsextreme gesagt haben.
Für die Untersuchung der Fahrzeugbrände vom Mittwoch wurde die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes eingeschaltet. „Es wird geprüft, ob zwischen den Vorfällen ein Zusammenhang besteht“, sagt Ilka Peter, Sprecherin der Polizeidirektion Westsachsen. „Wir nehmen diese Brände nicht auf die leichte Schulter. Es sind auch schon Maßnahmen ergriffen worden“, so Peter, die aus Ermittlungsgründen dazu keine Einzelheiten nennen wollte.
Für den Landtagsabgeordneten Henning Homann ist klar, dass die Rechtsextremen die Tat vom 2. Juli dem Treibhausverein „in die Schuhe schieben“ wollen. Es sei aber völlig absurd, dort die Schuldigen zu suchen. Der SPD-Mann spricht von einem „Anschlag der rechtsextremen Szene“, von „Einschüchterung“ und einer „Eskalationsstufe II“. Mit dem jungen Döbelner, der für ihn ausgesagt hat und nun betroffen ist, will er Kontakt aufnehmen, weil er sich moralisch in der Verantwortung sehe. Homann warnt aber davor, nach Vorfällen wie dem vom mittwoch keine Zivilcourage mehr zu zeigen. „Dann hätten die Rechtsextremen gewonnen.“ Die größte Motivation für Zivilcourage sollte sein, zu einer Verurteilung der Täter beizutragen, sagt Homann. Großes Vertrauen setze er dabei auch in die Ermittlungsarbeit der Polizei.
Um die Brandstiftungen aufzuklären, bittet die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Mittwoch, zwischen 3 und 3.15 Uhr, an den Tatorten etwas Verdächtiges bemerkt hat, möchte sich unter der Rufnummer 03431/6590 melden.
Erst in der vorangegangenen Nacht waren zwei Autos in Döbeln in Flammen aufgegangen. Die Polizei sucht weiter nach den Tätern, hat bislang jedoch keine neuen Erkenntnisse. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist bislang noch unklar. Es liegt jedoch nahe, dass es sich bei der Brandstiftung am Mittwoch um einen politisch motivierten Racheakt von Rechtsextremen handelt.
Kurz nach 3 Uhr wurde die Feuerwehr in dieser Nacht zum ersten Autobrand gerufen. „Von einem in der Gabelsberger Straße abgestellten Opel Astra brannte der Innenraum und der rechte Reifen“, berichtet Wehrleiter Thomas Harnisch. Die Blauröcke waren noch bei den Löscharbeiten, als ein auf dem Parkplatz am Busbahnhof stehender weißer Peugeot in Flammen aufging. „Das Auto brannte im vorderen Bereich lichterloh“, so Harnisch, dessen Löschtruppe auch an dieser Stelle eingreifen musste.
Stark anzunehmen, dass die Tat vom Mittwoch eine Reaktion auf die Autobrände vom 2. Juli ist. Ebenfalls in der Nacht waren auf dem Döbelner Edeka-Parkplatz ein VW Golf und ein Renault Clio angezündet worden. Eines der Fahrzeuge hatte der Täter mit einer linksgerichteten Parole besprüht. Die Polizei sprach von einem möglichen politischen Hintergrund, der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.
Wenn am 2. Juli tatsächlich Linksextreme die Autos von Rechtsextremen angebrannt haben, dann gab es nun wahrscheinlich die Retourkutsche. Das fast zeitgleiche Abfackeln zweier Autos kann kaum ein Zufall sein, genauso wenig wie die Auswahl der Fahrzeuge. Der Opel Astra gehört einer jungen Frau, die Mitarbeiterin im Döbelner Treibhaus-Verein ist. Dass der Verein der rechtsextremen Szene in der Region ein Dorn im Auge ist, daraus hat diese mit offenen Anfeindungen in der Vergangenheit keinen Hehl gemacht.
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Foto: Olaf Büchel
Nur noch ein Wrack ist dieser Peugeot 306, der in der Nacht zum Mittwoch auf dem Parkplatz am Busbahnhof angezündet wurde. Der 23-jährige Eigentümer vermutet, dass es ihn getroffen hat, weil er vor Gericht gegen Neonazis ausgesagt hat.
Für die Untersuchung der Fahrzeugbrände vom Mittwoch wurde die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes eingeschaltet. „Es wird geprüft, ob zwischen den Vorfällen ein Zusammenhang besteht“, sagt Ilka Peter, Sprecherin der Polizeidirektion Westsachsen. „Wir nehmen diese Brände nicht auf die leichte Schulter. Es sind auch schon Maßnahmen ergriffen worden“, so Peter, die aus Ermittlungsgründen dazu keine Einzelheiten nennen wollte.
Für den Landtagsabgeordneten Henning Homann ist klar, dass die Rechtsextremen die Tat vom 2. Juli dem Treibhausverein „in die Schuhe schieben“ wollen. Es sei aber völlig absurd, dort die Schuldigen zu suchen. Der SPD-Mann spricht von einem „Anschlag der rechtsextremen Szene“, von „Einschüchterung“ und einer „Eskalationsstufe II“. Mit dem jungen Döbelner, der für ihn ausgesagt hat und nun betroffen ist, will er Kontakt aufnehmen, weil er sich moralisch in der Verantwortung sehe. Homann warnt aber davor, nach Vorfällen wie dem vom mittwoch keine Zivilcourage mehr zu zeigen. „Dann hätten die Rechtsextremen gewonnen.“ Die größte Motivation für Zivilcourage sollte sein, zu einer Verurteilung der Täter beizutragen, sagt Homann. Großes Vertrauen setze er dabei auch in die Ermittlungsarbeit der Polizei.
Um die Brandstiftungen aufzuklären, bittet die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Mittwoch, zwischen 3 und 3.15 Uhr, an den Tatorten etwas Verdächtiges bemerkt hat, möchte sich unter der Rufnummer 03431/6590 melden.
© DNN-Online, 15.07.2010, 16:19 Uhr
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