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a-ha verabschieden sich mit "Take on me" am Dresdner Elbufer von ihren Fans
Dresden. Zum allerletzten Mal war die norwegische Band a-ha am Sonntagabend in Dresden zu Gast. 25 Jahre nach ihrem ersten großen Hit verabschiedete sich das Trio mit "Take on me" am Elbufer von seinem Dresdner Publikum. Das knapp zweistündige Abschiedskonzert war eine Reise durch ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte, die nicht mehr fortgeschrieben werden soll. Die Norweger haben ihre endgültige Auflösung verkündet. Nach der ein Jahr dauernden Abschiedstournee fällt im Dezember in Oslo zum wirklich letzten Mal der Vorhang.
Nach über 25 Jahren von einer einst oder immer noch vielgeliebten Band Abschied zu nehmen, fällt an einem lauen Sommerabend am Fluss nicht unbedingt leichter. Die Gefühlslage des Publikums schien nach all dem Regen der letzten Tage regelrecht ein schönes, unnatürlich scheinendes Abendrot zu generieren - und was würde besser passen zu a-ha, der norwegischen Vorzeige-Popband der 1980er, zur jederzeit sehnsuchtsvollen Synthetik, zum immer und doch nie übermäßig aufgetragenen Pathos, zu Morten Harkets junggebliebenem, schmachtendem Falsett? Dieser Vanillehimmel scheint bestellt und besänftigt die Gemüter des ohnehin schon außergewöhnlich entspannt-sympathischen Publikums. Eines, das seine Lieblingsband emotional bedingt einst wohl chronisch überbewertete, während die Kritik oft viel zu schnell die "Bubblegum-Pop"-Keule zog. Und so könnte man sich einbilden, dass für die drei a-ha-ler jedes dieser Abschiedskonzerte immer auch etwas bitter beischmeckt - nun am Ende einer Karriere, deren größter Erfolg gleich am Anfang stand und nie auch nur ansatzweise wiederholt oder übertroffen wurde.
Wie a-ha jedoch auch in den letzten Jahren immer wieder große, eindringliche Melodiebögen locker aus dem Ärmel schüttelten, muss der Band zweifelsohne zugestanden werden - gleich, ob das aktuelle "Butterfly, butterfly (The last hurrah)", mit dem a-ha das Konzert am Elbufer Punkt Neun fulminant eröffnen, oder das herrlich Gänsehaut garantierende, aus dem Jahr 2000 stammende "Minor Earth, major sky".
Letzterer Songtitel scheint überhaupt ein gutes Motto zu sein, um generell die Gefühlswelt von a-ha-Songs auf den Punkt zu bringen. Ein bewusstes Pop-Konzentrat, das eigentlich ein richtig gutes ist, weil es nicht mehr sein will als das, weil die Protagonisten die Füße auf dem Boden behalten und dennoch nichts verschleiern vom Plastikpop einer "Manhattan Skyline". a-ha kommen uns nicht plötzlich mit Ukulele und Drum'n'Bass-Versätzen, sie haben auch keine Pyro-Show, keine neue Religion und keine tolle Faltencreme. Andererseits verzichtet man auf jede Seligsprechung der 1980er. a-ha spielen mit zwei Begleitmusikern ihre Songs so, wie sie die Fans kennen und mögen, womöglich da rhythmisch etwas aufgebretzelt und dort mit etwas mehr Wumms in der orchestralen Breitseite. Das für drei Songs reichende Akustikset zwischendurch scheint ohnehin eher eingebaut worden zu sein, um bei manchen unschönen Trennungsgerüchten den freundschaftlichen Abschied noch mal ein bisschen zu visualisieren. Abgesehen davon wahrt Harket seine Aura vor allem dadurch, dass er Keyboarder Magne Furuholmen den größten Teil des Publikumsdialogs überlässt. In bester Form.
Betrachtet man das Set dieses Abschiedskonzerts etwas genauer, fällt einem die besondere Dramaturgie auf: a-ha spielen sich nicht konsequent, aber zumindest tendenziell rückwärts durch die Zeit. Ein schwelgendes "Foot of the mountain", das breitsaitige "Move to Memphis" und irgendwann das seine damalige Epoche so unvergleichlich gut widerspiegelnde "We're looking for the whales". Dazu flirren die blauen Lichter des bunt über der Bühne wirbelnden Scheinwerferballs - man ahnt schon zeitig, dass dies irgendwann später am Abend die blendende Sonne sein wird, die im Fernsehen immer scheint. Der Sound ist gut, außergewöhnlich laut allerdings für viele Ohren jener, die einst unter dem geschmuggelten Bravo-Poster zu "Hunting high and low" schon einmal so schmachteten wie auch an diesem Abend noch einmal. Im Hintergrund flattern noch viele andere Poster mit Tollen und Ärmellosen und sehnsüchtigen Kerlen über die Leinwand - eine kleine Portion Selbstironie gönnt sich die Band dabei.
Und dann sind es wieder die grünen Hügel, die blauen Wale, die lodernden Flammen. Keine Frage - hier handelt es sich um elementaren Pop. Und in seinem Plastikgewand oft verkannten. Und natürlich darf man auch zum krönenden, jubilierenden Abschluss mit der Zugabe "Take on me" fragen, ob hier nicht womöglich doch der vielgesuchte und -beschworene perfekte Popsong gefunden worden ist. Blendete man vor dem geistigen Auge die grässliche Heavy-Rotation regionalen Dudelfunks aus, ließe sich ein Juwel bestaunen.
Wie a-ha jedoch auch in den letzten Jahren immer wieder große, eindringliche Melodiebögen locker aus dem Ärmel schüttelten, muss der Band zweifelsohne zugestanden werden - gleich, ob das aktuelle "Butterfly, butterfly (The last hurrah)", mit dem a-ha das Konzert am Elbufer Punkt Neun fulminant eröffnen, oder das herrlich Gänsehaut garantierende, aus dem Jahr 2000 stammende "Minor Earth, major sky".
Letzterer Songtitel scheint überhaupt ein gutes Motto zu sein, um generell die Gefühlswelt von a-ha-Songs auf den Punkt zu bringen. Ein bewusstes Pop-Konzentrat, das eigentlich ein richtig gutes ist, weil es nicht mehr sein will als das, weil die Protagonisten die Füße auf dem Boden behalten und dennoch nichts verschleiern vom Plastikpop einer "Manhattan Skyline". a-ha kommen uns nicht plötzlich mit Ukulele und Drum'n'Bass-Versätzen, sie haben auch keine Pyro-Show, keine neue Religion und keine tolle Faltencreme. Andererseits verzichtet man auf jede Seligsprechung der 1980er. a-ha spielen mit zwei Begleitmusikern ihre Songs so, wie sie die Fans kennen und mögen, womöglich da rhythmisch etwas aufgebretzelt und dort mit etwas mehr Wumms in der orchestralen Breitseite. Das für drei Songs reichende Akustikset zwischendurch scheint ohnehin eher eingebaut worden zu sein, um bei manchen unschönen Trennungsgerüchten den freundschaftlichen Abschied noch mal ein bisschen zu visualisieren. Abgesehen davon wahrt Harket seine Aura vor allem dadurch, dass er Keyboarder Magne Furuholmen den größten Teil des Publikumsdialogs überlässt. In bester Form.
Betrachtet man das Set dieses Abschiedskonzerts etwas genauer, fällt einem die besondere Dramaturgie auf: a-ha spielen sich nicht konsequent, aber zumindest tendenziell rückwärts durch die Zeit. Ein schwelgendes "Foot of the mountain", das breitsaitige "Move to Memphis" und irgendwann das seine damalige Epoche so unvergleichlich gut widerspiegelnde "We're looking for the whales". Dazu flirren die blauen Lichter des bunt über der Bühne wirbelnden Scheinwerferballs - man ahnt schon zeitig, dass dies irgendwann später am Abend die blendende Sonne sein wird, die im Fernsehen immer scheint. Der Sound ist gut, außergewöhnlich laut allerdings für viele Ohren jener, die einst unter dem geschmuggelten Bravo-Poster zu "Hunting high and low" schon einmal so schmachteten wie auch an diesem Abend noch einmal. Im Hintergrund flattern noch viele andere Poster mit Tollen und Ärmellosen und sehnsüchtigen Kerlen über die Leinwand - eine kleine Portion Selbstironie gönnt sich die Band dabei.
Und dann sind es wieder die grünen Hügel, die blauen Wale, die lodernden Flammen. Keine Frage - hier handelt es sich um elementaren Pop. Und in seinem Plastikgewand oft verkannten. Und natürlich darf man auch zum krönenden, jubilierenden Abschluss mit der Zugabe "Take on me" fragen, ob hier nicht womöglich doch der vielgesuchte und -beschworene perfekte Popsong gefunden worden ist. Blendete man vor dem geistigen Auge die grässliche Heavy-Rotation regionalen Dudelfunks aus, ließe sich ein Juwel bestaunen.
© DNN-Online, 25.07.2010, 23:48 Uhr
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