Nachrichten > Dresdens Investruinen, halbfertige Gebäude und verwaisten Baustellen: Was wird aus... ?
Canonical URL

Aktuell

Dresdens Investruinen, halbfertige Gebäude und verwaisten Baustellen: Was wird aus... ?

Skadi Hofmann

  • Das Wiener Loch ärgert Dresdner und Touristen gleichermaßen. Die Stadt ist auf der Suche nach einem Investor.
    Foto: Redaktion DNN
    Das Wiener Loch ärgert Dresdner und Touristen gleichermaßen. Die Stadt ist auf der Suche nach einem Investor.
Dresden. Jeden Morgen fahren die Dresdner auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Studium an Investruinen, halbfertigen Gebäuden und verwaisten Baustellen vorbei. Manche verschandeln schon seit Jahren das Stadtbild, andere sind mittlerweile derart zugewachsen, dass kaum mehr zu erkennen ist, dass hier jemand Dresden noch etwas schuldig geblieben ist. Und an einigen Stellen tut sich nach langer Baupause etwas. DNN-Redakteurin Skadi Hofmann hat sich auf die Suche nach Dresdens Schandflecken gemacht und vor allem nach Antworten auf die Frage:

Was wird eigentlich aus ...

  • Seit Monaten steht der rekonstruierte Neubau am Pirnaischen Tor leer. Laut Investor soll Ende des Jahres der erste Gewerbemieter - ein Lidl-Markt - einziehen.
    Foto: Redaktion DNN
    Seit Monaten steht der rekonstruierte Neubau am Pirnaischen Tor leer. Laut Investor soll Ende des Jahres der erste Gewerbemieter - ein Lidl-Markt - einziehen.
... dem Pirnaischen Tor?
Der rekonstruierte Neubau steht seit Monaten leer, das angrenzende Hochhaus wartet auf seine Sanierung. Der Einzug eines Supermarktes und kleinerer Geschäfte im Jahr 2008 scheiterte, weil die Drewag im Frühjahr 2009 ein Fahrverbot für Lastwagen auf der Zufahrtsstraße verhängte. Grund war eine zu gering überdeckte alte Fernwärmeleitung. Auch das einzige Geschäft, dass sich trotzdem in die Räume des Flachbaus wagte - ein Schuheinzelhändler - zog nach wenigen Monaten wieder aus. Im April hatte die Stadt lange Streitigkeiten mit dem Investor, der israelischen Segal Group, beendet und die Verstärkung des Fernwärmekanals unter der Grunaer Straße beschlossen. Diese Arbeiten seien derzeit im Gang und sollen im Herbst abgeschlossen werden, so Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. Ende des Jahres soll nach Angaben des Vertreters der Segal Group, Rechtsanwalt Ulrich Horrion, der erste Gewerbemieter einziehen - ein Lidl-Markt.

  • Der beliebte Ballsaal im Elbhotel Demnitz wird nach den neuesten Plänen von Investor Thomas Diller nicht wieder hergestellt. Ein Restaurant und Büros sollen entstehen. Die nächsten Monate zeigen, ob es dem Investor ernst ist.
    Foto: Redaktion DNN
    Der beliebte Ballsaal im Elbhotel Demnitz wird nach den neuesten Plänen von Investor Thomas Diller nicht wieder hergestellt. Ein Restaurant und Büros sollen entstehen. Die nächsten Monate zeigen, ob es dem Investor ernst ist.
... dem Elbehotel Demnitz?
Vor einigen Tagen hatten die DNN bereits berichtet, dass der Investor Thomas Diller aus Stuttgart nach Jahren des Stillstands neue Pläne für die Gestaltung und Nutzung erstellen lässt. Demnach wird der von vielen Dresdnern geliebte Ballsaal nun nicht wiederhergestellt. Über einem Restaurant im Erdgeschoss sind nur noch Büros geplant. Zwar ist Architekt Uwe Seidel mit der Konzeptionierung beauftragt, doch ob dieser Anlauf nun wirklich zum Ziel führt, glaubt er noch nicht. Schließlich fehlt bislang noch die Verlängerung der Baugenehmigung und Diller muss laut einem Gerichtsurteil gut 500.000 Euro zu unrecht erhaltene Flutgelder zurückzahlen. Die nächsten Monate sollten zeigen, ob es dem Investor diesmal ernst ist.

  • Das Wiener Loch ärgert Dresdner und Touristen gleichermaßen. Die Stadt ist auf der Suche nach einem Investor.
    Foto: Redaktion DNN
    Das Wiener Loch ärgert Dresdner und Touristen gleichermaßen. Die Stadt ist auf der Suche nach einem Investor.
... dem Wiener Loch?
DER Schandfleck schlechthin in Dresden. Mitten in der City ärgert er nicht nur die Einwohner, sondern liefert auch Touristen keinen schönen Empfang am Hauptbahnhof. Das Wiener Loch schaffte es 2009 bis ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, da die Sicherung der Baugrube monatlich 30 000 Euro verschlang. Zwischenzeitlich sollte aus dem Loch ein Wiener Park werden. Auch die Verfüllung war geplant. Aus dem Presseamt hieß es gestern, die Stadt sei weiter auf der Suche nach Investoren.

  • Mitte der 90er Jahre sollte auf der Kesselsdorfer Straße ein großes Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Nun steht das halb fertige Gebäude seit zehn Jahren unbetreten. Der Eigentümer ist insolvent.
    Foto: Redaktion DNN
    Mitte der 90er Jahre sollte auf der Kesselsdorfer Straße ein großes Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Nun steht das halb fertige Gebäude seit zehn Jahren unbetreten. Der Eigentümer ist insolvent.
... der Investruine auf der Kesseldorfer?
Fast zehn Jahre schon trübt eine Investruine auf der Kesselsdorfer Straße, gegenüber der Hausnummer 47, das Bild des Straßenzuges. Mitte der 90er Jahre sollte hier ein größeres Wohn- und Geschäftshaus entstehen, das Erdgeschoss und drei Etagen sind in die Höhe gebaut worden, Treppenhäuser sind von der Straße aus zu erkennen. Fenster aber hat das Haus nie bekommen, ebenso wenig wie Türen und eine verputzte Fassade. "Die Baugenehmigung ist nicht mehr gültig. Der Eigentümer ist eine GmbH, die insolvent ist", sagt Stadtsprecher Karl Schuricht auf Anfrage. Tun aber kann die Kommune nichts, das Gebäude steht auf privatem Grund. "Für uns besteht im Moment kein Handlungsbedarf, weil keine Gefahr von dem Gebäude ausgeht", so Schuricht. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

  • Laut Baustellenschild entsteht seit Jahren auf der Leipziger Straße 6 ein Büro- und Geschäftszentrum. Was mit dem Gelände passiert, darüber konnte die Baufirma keine Auskunft geben.
    Foto: Redaktion DNN
    Laut Baustellenschild entsteht seit Jahren auf der Leipziger Straße 6 ein Büro- und Geschäftszentrum. Was mit dem Gelände passiert, darüber konnte die Baufirma keine Auskunft geben.
... den Plänen für die Leipziger Straße 6?
Seit Jahren entsteht hier laut Bauschild ein Büro- und Geschäftszentrum mit einer Gesamtinvestitionssumme von 500 Millionen DM. Der Investor verspricht: "Durch diese Maßnahme werden ca. 5000 neue Arbeitsplätze geschaffen." Die "Gesellschaft für Gewerbebauten mbH" ist unter den auf dem Schild angegebenen Telefonnummern in Ahrensburg nicht zu erreichen, nur eine Mailbox ohne Firmennennung schaltet sich ein. Im Internet finden wir die Firma zudem unter weiteren Telefonnummern in Detmold und Hamburg. Auch hier nimmt niemand ab. Doch dann erreicht uns ein Rückruf einer Mitarbeiterin, die uns zumindest bestätigt, dass es die Firma noch gibt. Mit einer Antwort zu dem Dresdner Projekt sei etwas Geduld gefragt, bis der zuständige Kollege aus dem Urlaub zurückkehre. Wir bleiben dran.

  • Die Baugenehmigung für einen Wohn- und Bürokomplex auf der Leipziger Straße, neben dem City-Beach wurde bereits acht Mal verlängert. Passiert ist bisher nicht viel.
    Foto: Redaktion DNN
    Die Baugenehmigung für einen Wohn- und Bürokomplex auf der Leipziger Straße, neben dem City-Beach wurde bereits acht Mal verlängert. Passiert ist bisher nicht viel.
... den Fundamenten neben dem City-Beach?
Erst auf den zweiten Blick fallen gegenüber des Bauschildes auf der Leipziger Straße 6 hinter dem Gestrüpp die Fundamente eines größeren Gebäudes auf. Das kleine Plakat ist fast komplett verblasst, gerade so ist noch eine Telefonnummer zu erkennen, der Firmenname aber nicht mehr. Am anderen Ende der Leitung in Peitz bei Cottbus nimmt tagelang niemand ab. Stadtsprecher Karl Schuricht sagt: "Die Baugenehmigung für ein enWohn- und Bürokomplex ist im August 2009 zum achten Mal verlängert worden." Passiert ist auch nach dem achten Mal bislang nichts, auch dieser Schandfleck bleibt Dresden wohl noch eine Weile erhalten.

  • Seit Jahren steht das Haus auf der Alauenstraße 35 unvollendet. Ein Wohnhaus wollte Investor Otto Kaz daraus machen, doch im Moment passiert auf dem Grundstück nichts.
    Foto: Redaktion DNN
    Seit Jahren steht das Haus auf der Alauenstraße 35 unvollendet. Ein Wohnhaus wollte Investor Otto Kaz daraus machen, doch im Moment passiert auf dem Grundstück nichts.
... der Bauruine Alaunstraße 35?
Ebenfalls seit Jahren zum unerwünschten Stadtbild gehört das unvollendete Haus Alaunstraße 35 genau zwischen dem italienischen Restaurant Veccia Napoli und einem Döner-Imbiss. Ein Stockwerk steht hier in seinen Grundmauern, verriegelt und über und über mit Werbeplakaten beklebt. Ein Wohnhaus wollte der in der Neustadt bekannte Investor Otto Kaz daraus machen. Doch er teilt am Telefon mit: "An diesem Objekt passiert vorerst nichts." Es besitze zwar eine Baugenehmigung, doch es gebe Streit mit der Stadt. Worum es geht, will Kaz nicht sagen. Stadtsprecherin Anke Hoffmann hingegen berichtet, dass das Grundstück an einen privaten Investor verkauft wurde. "Der neue Eigentümer möchte die vorhandene Baulücke schließen und ein Wohn- und Geschäftshaus errichten." Ein Bauantrag liege aber noch nicht vor.

  • Am ehemaligen Zentralen Forschungsinstitut für Arbeit bröckelt die Fassade. Pläne für den Umbau in eine Seniorenresidenz liegen auf Eis. Eventuell gibt es im Herbst Neuigkeiten dazu.
    Foto: Redaktion DNN
    Am ehemaligen Zentralen Forschungsinstitut für Arbeit bröckelt die Fassade. Pläne für den Umbau in eine Seniorenresidenz liegen auf Eis. Eventuell gibt es im Herbst Neuigkeiten dazu.
... dem Blauen Haus?
Von strahlendem Blau kann man längst nicht mehr sprechen, wenn es um die bröckelnde Fassade des ehemaligen Zentralen Forschungsinstituts für Arbeit geht. Das "Blaue Haus" genannte Gebäude sollte von der Dresdner Bauhaus AG in eine Seniorenresidenz umgewandelt werden - angrenzend an das schon bestehende Heim "Domizil am Zoo". Seitdem allerdings die Pläne des Investors gescheitert sind, auf dem Areal davor an der Gerhart-Hauptmann-Straße 1 ein Kugelhaus zu errichten (das Land genehmigte die Fördergelder nicht), liegen auch die Ideen für das Blaue Haus auf Eis. "Die Pläne sind weiter in Bearbeitung, aber es gibt noch nichts konkretes", sagt Sabine Schmied von der Dresdner Bauhaus AG. Eventuell gebe es im Herbst Näheres dazu zu sagen.

  • Seit 1992 steht das ehemalige Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch leer. Der derzeitige Eigentümer versucht das Grundstück wieder abzustoßen. Bisher erfolglos.
    Foto: Redaktion DNN
    Seit 1992 steht das ehemalige Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch leer. Der derzeitige Eigentümer versucht das Grundstück wieder abzustoßen. Bisher erfolglos.
... dem Lahmann Sanatorium?
Nach wie vor fristet das seit 1992 leerstehende ehemalige Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch ein trauriges Dasein. Wer das von Brennnesseln und dichten Sträuchern überwucherte Areal sieht, kann sich nur schwer vorstellen, dass früher Gäste der einst berühmten Heilstätte durch einen attraktiven Wandelgang zum Damen- und Herrenbad sowie zum Heinrichshof flanierten. Der derzeitige Eigentümer des 3,2 Hektar großen Areals, die Augustinum-Gruppe aus München, versucht das Grundstück wieder abzustoßen - bis jetzt ohne Erfolg, dabei sollten die Flächen schon zu Weihnachten 2007 den Eigentümer wechseln. Vor wenigen Monaten hatte Augustinum-Geschäftsführer Kurt Wilkin in den DNN angekündigt, die Verhandlungen liefen, ein Abschluss sei in den nächsten Monaten geplant. Bislang hat sich aber nichts getan, teilte er gestern telefonisch mit.

  • Seit Jahrzehnten ruhen die Arbeiten am Ardenne-Laborbau. Der Grundstein wurde bereits 1988 gelegt. Das Haus sollte ein Labor- und Versuchsgebäude für Ardenne werden. Seit der Wende gibt es für das Gelände verschiedene Pläne.
    Foto: Redaktion DNN
    Seit Jahrzehnten ruhen die Arbeiten am Ardenne-Laborbau. Der Grundstein wurde bereits 1988 gelegt. Das Haus sollte ein Labor- und Versuchsgebäude für Ardenne werden. Seit der Wende gibt es für das Gelände verschiedene Pläne.
... dem halben Ardenne-Laborbau?
Im Sommer verdecken sie Bäume und Sträucher, im Winter fällt die Ruine unterhalb der Zeppelinstraße auf dem Weißen Hirsch unschön ins Auge - besonders von der kleinen Grünanlage "Friedensblick" am Ende der Collenbuschstraße aus. Seit Jahrzehnten ruhen die Arbeiten. "1988 wurde der Grundstein gelegt, es sollte ein Labor- und Versuchsgebäude für Ardenne werden", erklärt der ehemalige Geschäftsführer der Ardenne Anlagentechnik, Dr. Peter Lenk. "Es ist ein Opfer der Wende geworden, fiel an die Treuhand und wurde später an die Familie von Ardenne zurückübertragen." Seitdem habe es verschiedene Pläne gegeben, ein Altenheim war avisiert und scheiterte. Einen Rückbau konnte die Familie Ardenne finanziell nicht stemmen, Lenk schätzt die Kosten auf 1,5 bis 2 Millionen Euro. Neue Idee: "Ardenne erweitert am Hauptsitz Weißig sein Gelände, für die beanspruchten landwirtschaftlichen Flächen wurde der Stadt als Ausgleichsmaßnahme das Abtragen der Ruine vorgeschlagen. Die Entscheidung steht noch aus."

  • 2007 hatte die V.V.K. Vermögensverwaltungskanzlei zu Dresden Schloss und Park Wachwitz gekauft. Die Sanierungsarbeiten laufen. Wann die Sanierung des Schlosses beginnt ist noch nicht bekannt.
    Foto: Redaktion DNN
    2007 hatte die V.V.K. Vermögensverwaltungskanzlei zu Dresden Schloss und Park Wachwitz gekauft. Die Sanierungsarbeiten laufen. Wann die Sanierung des Schlosses beginnt ist noch nicht bekannt.
... Schloss und Park Wachwitz?
Im Juli 2007 hatte die V.V.K. Vermögensverwaltungskanzlei zu Dresden Schloss und Park Wachwitz vom Freistaat gekauft. Nach einiger Planungszeit laufen die Sanierungsarbeiten auf dem Areal mittlerweile seit vergangenem Jahr. In mehreren neu errichteten bzw. alten Nebengebäuden auf dem Areal des Königlichen Parks sind bereits erste Mieter eingezogen, Blumen zieren die Fensterbänke. Nebenan gehen an weiteren Neubauten die Arbeiten voran. Die königliche Villa, die um 1893 erbaut worden war, ist derzeit teilweise noch eingerüstet, erscheint an einigen Stellen aber schon mit frischem Anstrich. Das oberhalb des Parks liegende Schloss - entstanden in den Jahren 1935 und 36 - ist jedoch noch nicht in Angriff genommen worden. Eine Auskunft, wann es dort los geht, war von der V.V.K. leider nicht zu bekommen.

© DNN-Online, 04.08.2010, 09:40 Uhr
Canonical URL

Suche

weitere Meldungen

Weitere Videos

Weitere Fotos

Oops die Fehlerbox

Ihre Meinung ist uns wichtig

Sollten Sie einen Fehler gefunden oder eine Anmerkung für uns haben, sind wir dankbar für alle Hinweise. Schicken Sie uns eine E-Mail an:

desk@dnn-online.de

Linkempfehlungen