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Muslimische Verbände werfen Sarrazin Rassismus vor - "Nazi in Nadelstreifen"
Berlin. Muslimische Verbände haben dem umstrittenen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) nach der Vorstellung seines jüngsten Buchs Rassismus vorgeworfen. Sarrazins Thesen über Muslime in Deutschland seien verantwortungslos, gefährlich und falsch, sagte Ayman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, am Montag in Berlin. Das Buch spreche Teilen der Bevölkerung ihr Existenzrecht ab, es sei eine Kampfansage an die Demokratie.
„Herr Sarrazin gehört nicht in die SPD und auch nicht in die Bundesbank", ergänzte Mazyek. Für ihn sei er „ein Nazi in Nadelstreifen". Sarrazins Thesen nutzten Extremisten und beförderten eine „Talibanisierung der Integrationsdebatte".
In seinem Buch „Deutschland schafft sich ab" wirft Sarrazin Einwanderern aus muslimischen Ländern mangelnde Integration vor. „Dafür ist die Herkunft aus der islamischen Kultur verantwortlich", sagte er. Er bekräftige seine Warnung, dass die Deutschen wegen der niedrigen Geburtenrate zu „Fremden im eigenen Land" werden könnten und forderte höhere Hürden für Einwanderer.
Muslimische Verbände spürten in Deutschland bereits eine latente Islamfeindlichkeit, sagte Burhan Kesici vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland. Er habe Sorge, dass diese Stimmung durch Sarrazins Thesen verstärkt werde. Sarrazin mache damit auch die Integrationsbemühungen der Migranten zunichte. Es fehlten Anerkennung und Wertschätzung für das, was bereits geleistet worden sei. Türkische Akademiker und Unternehmer seien keine Ausnahmen.
Sarrazins Thesen seien kein Tabubruch, sondern die Unwahrheit, ergänzte Mazyek. Sie beförderten in Deutschland eine „Südenbock- Diskussion" in einer Zeit von Unsicherheit und Umbrüchen. Sarrazins Position schade Deutschland auch im Ausland. „Wir haben so etwas bisher nur von den Rechten gekannt, nicht aus der politischen Mitte und nicht von einem SPD-Mitglied", sagte auch Kesici.
Berlins frühere, langjährige Ausländerbeauftragte Barbara John bezeichnete Sarrazins Buch als „Karikatur von Intellektualität". „Wo wird der sozioökonomische Erfolg nach Religionen heruntergebrochen?", fragte sie. Sarrazin sei für sie „ein Fall für die Couch". Seinen Argumenten aber müsse heftig widersprochen werden. „Muslime sind keine Menschen zweiter Klasse", betonte John.
Als Ort für ihre Pressekonferenz hatte die Evangelische Kirche den Muslimen einen Raum im Französischen Dom auf dem Berliner Gendarmenmarkt überlassen. Die Kirche, die 1705 für die Hugenotten als französische Glaubensflüchtlinge erbaut wurde, habe einen deutlich erkennbaren Migrationshintergrund, sagte Pfarrer Mathias Loerbroeks.
„Herr Sarrazin gehört nicht in die SPD und auch nicht in die Bundesbank", ergänzte Mazyek. Für ihn sei er „ein Nazi in Nadelstreifen". Sarrazins Thesen nutzten Extremisten und beförderten eine „Talibanisierung der Integrationsdebatte".
In seinem Buch „Deutschland schafft sich ab" wirft Sarrazin Einwanderern aus muslimischen Ländern mangelnde Integration vor. „Dafür ist die Herkunft aus der islamischen Kultur verantwortlich", sagte er. Er bekräftige seine Warnung, dass die Deutschen wegen der niedrigen Geburtenrate zu „Fremden im eigenen Land" werden könnten und forderte höhere Hürden für Einwanderer.
Muslimische Verbände spürten in Deutschland bereits eine latente Islamfeindlichkeit, sagte Burhan Kesici vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland. Er habe Sorge, dass diese Stimmung durch Sarrazins Thesen verstärkt werde. Sarrazin mache damit auch die Integrationsbemühungen der Migranten zunichte. Es fehlten Anerkennung und Wertschätzung für das, was bereits geleistet worden sei. Türkische Akademiker und Unternehmer seien keine Ausnahmen.
Sarrazins Thesen seien kein Tabubruch, sondern die Unwahrheit, ergänzte Mazyek. Sie beförderten in Deutschland eine „Südenbock- Diskussion" in einer Zeit von Unsicherheit und Umbrüchen. Sarrazins Position schade Deutschland auch im Ausland. „Wir haben so etwas bisher nur von den Rechten gekannt, nicht aus der politischen Mitte und nicht von einem SPD-Mitglied", sagte auch Kesici.
Berlins frühere, langjährige Ausländerbeauftragte Barbara John bezeichnete Sarrazins Buch als „Karikatur von Intellektualität". „Wo wird der sozioökonomische Erfolg nach Religionen heruntergebrochen?", fragte sie. Sarrazin sei für sie „ein Fall für die Couch". Seinen Argumenten aber müsse heftig widersprochen werden. „Muslime sind keine Menschen zweiter Klasse", betonte John.
Als Ort für ihre Pressekonferenz hatte die Evangelische Kirche den Muslimen einen Raum im Französischen Dom auf dem Berliner Gendarmenmarkt überlassen. Die Kirche, die 1705 für die Hugenotten als französische Glaubensflüchtlinge erbaut wurde, habe einen deutlich erkennbaren Migrationshintergrund, sagte Pfarrer Mathias Loerbroeks.
© DNN-Online, 30.08.2010, 17:39 Uhr
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