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Fußball

Biran bleibt dem Training unentschuldigt fern und meldet sich erst einen Tag später krank

Jochen Leimert

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Dresden. Ein großer Kader hat viele Vorteile, aber neben hohen Kosten auch noch einen großen Nachteil: Es gibt immer einige Spieler, die unzufrieden sind, wenn sie nicht oder kaum spielen. Bei Dynamo zählt Shergo Biran dazu. Der erst Anfang Juni im Tausch mit Halil Savran verpflichtete Stürmer hatte die Nase jetzt so voll, dass er am Montag einfach dem Training fern blieb, ohne beim Verein Bescheid zu geben und Gründe zu nennen.
Inzwischen liegt ein Krankenschein in der SGD-Geschäftsstelle vor. "Er hat gesundheitliche Probleme", erklärte der noch im Urlaub befindliche Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz nach einem Telefonat mit dem Angreifer, ohne Symptome zu nennen. "Er hat mir gesagt, dass es ihm sehr schlecht gegangen ist und er bei seiner Familie sein wollte, um die Situation zu besprechen." Und letztere findet er alles andere als zufriedenstellend, denn Maucksch ließ den 31-Jährigen offenbar spüren, dass er für ihn nur eingeschränkt Verwendung hat. Zweimal nur stand der bislang torlose Berliner in der Startelf, bekam zwar in sechs Spielen fünf Einsätze, durfte aber nicht einmal 90 Minuten durchspielen. Nach der Verpflichtung von Alexander Esswein scheint der vor Saisonbeginn erhoffte Stammplatz passé.

Das belastet Biran, der nach einem Seuchenjahr bei Union in Dresden neu durchstarten wollte. Offenbar ließ ihn Maucksch auch wissen, dass er seiner Verpflichtung nur widerwillig zugestimmt habe. Sicher ist das nicht, für die DNN war Biran gestern nicht erreichbar. Laut Oppitz war der Tipp Biran vom Scouting gekommen, Union habe nach Anfrage signalisiert, Dynamo bei einem Wechsel noch finanziell entgegenzukommen. Weil die sportliche Leitung im Urlaub war, hätten sich Ex-Geschäftsführer Stefan Bohne und er schnell darauf geeinigt, Biran zu holen, "weil er aus unserer Sicht die entsprechende Qualität hatte", so Oppitz. Er habe ihn zuvor mehrfach gesehen.

"Stefan Bohne hat sich auch noch bei diversen Leuten erkundigt und nur positive Rückmeldungen bekommen. Wir waren uns dann mit Shergo schnell einig, doch er hat gesagt, bevor er nach Dresden kommt, will er mit dem Trainer reden. Ich habe Matthias Maucksch dann eine SMS mit Birans Nummer geschickt, das Gespräch hat auch stattgefunden", erzählt Oppitz. Biran habe dann zugesagt, am Tag nach Mauckschs Rückkehr aus dem Urlaub sollte die Vertragsunterzeichnung stattfinden. Kurz davor habe Maucksch jedoch Bedenken angemeldet, die noch einmal überprüft worden seien. "Schlussendlich haben wir dann alle zusammengesessen und den Vertrag unterzeichnet. Ein Nein von Maucksch gab es nicht", erinnert sich Oppitz.

Der Trainer sieht das wohl etwas anders, äußerte sich aber nicht näher dazu. Biran signalisierte er, die Tür stehe offen: "Es geht nur über Leistung. Er soll sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Jeder Trainer wird einen erfolgreichen Stürmer nicht rausstellen." Über Konsequenzen der Affäre wird beraten, wenn Biran wieder aus Berlin zurück ist. "Wir versuchen, die Situation nächste Woche bei einem gemeinsamen Gespräch zu analysieren und zu klären", sagte Oppitz. Er dementierte, dass Biran um Vertragsauflösung gebeten habe: "Bei mir nicht."


© DNN-Online, 02.09.2010, 09:14 Uhr
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