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Visionen im Stile Karl Mays: Museum will vier Millionen Euro investieren
Radebeul. „Das wird die größte Investition, die die Karl-May-Stiftung je unternommen hat", sagt Museums-Chef René Wagner. Für insgesamt vier Millionen Euro will das von der Stiftung getragene Karl-May-Museum die Villa Bärenfett sanieren, einen Erlebnispfad anlegen und zwei Gebäude neu errichten. Anlass der „Vision 2012" getauften Grundüberholung ist der 100. Todestag des Schriftstellers am 30. März 2012. Herzstück des Investments wird ein drei Millionen Euro teures Besucherzentrum, das allerdings erst 2013 entstehen soll. Es wird direkt an der Hauptverkehrsachse Meißner Straße stehen und viel deutlicher auf das Museum verweisen, als die Villa Shatterhand an der Karl-May-Straße, die derzeit als Empfangsgebäude dient.
Zunächst ist im nächsten Frühjahr der Bau eines etwa 60 Quadratmeter großen Gebäudes geplant. „Hier können zwei Klassen unabhängig voneinander museumspädagogisch betreut werden", sagt René Wagner. Neben dem Neubau ist ein Erlebnispfad mit Klettermöglichkeiten und dergleichen vorgesehen, der an Spielorte der von Karl May erdachten Erzählungen erinnern soll. „Wir kommen immer mehr mit einer Generation in Berührung, die Karl May weder gelesen, noch die Filme gesehen hat", meint der Museums-Chef. Deshalb will er auf diese Weise Kinder für die Abenteuerwelt des Autoren begeistern. In diesem Zusammenhang sei auch die Umgestaltung der Villa Bärenfett mit ihrer völkerkundlichen Ausstellung zu sehen. „Etwa zwei Drittel unserer 60.000 Besucher kommen deswegen, nur ein Drittel interessiert sich für die May-Ausstellung in der Villa Shatterhand", sagt Wagner. Deshalb soll das 1926 erbaute Blockhaus für moderne Ansprüche saniert und die Ausstellung komplett überarbeitet werden. In Zukunft werden dort zwar weniger, dafür aber attraktiver angeordnete Exponate gezeigt. Die letzte derartige Umgestaltung datiert auf 1984. Mit dem Besucherzentrum zielt das Museum vor allem auf Busreisegruppen. „Es fehlt einfach ein Empfangsraum, in dem wir auf einen Schlag 48 Personen aufnehmen können", so René Wagner. Dafür wird auf den geplanten 1000 Quadratmetern genug Platz sein. Zum Vergleich: Bisher hat das Museum insgesamt 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Ebenso ist in dem Neubau ein Raum für Vorträge und Vorführungen und ein Restaurant geplant. „Das gehört einfach zu modernen Museen, genauso wie ein ordentlicher Museumsladen", meint Wagner. Derzeit befinden sich Kasse und Souvenir-Verkauf auf zwölf Quadratmetern in der Villa Shatterhand. „Das ist eine gute Einnahmequelle, wir müssen den Verkauf einfach vergrößern", so der Museums-Chef. Er deutet damit auf ein Grundproblem an: Dem Museum fehlt das Geld für eine derartige Investition. 1,1 Millionen kostet der Betrieb im Jahr, davon schießen Radebeul rund 70.000 Euro und der Kulturraum etwa 200.000 Euro zu. Den Rest muss das Museum selbst erwirtschaften. Entsprechend ist es für die Bauvorhaben auf Spenden angewiesen. „Wir werden alle unsere Freunde weltweit kontaktieren", sagt Wagner. Weitere Gelder werde durch eine „Blutsbruder"-Aktion gesammelt: Spender erhalten ab 50 Euro einen Blutsbruder-Button, ab 100 Euro einen Stern. „Wir starten diese Aktion jetzt, damit wir im nächsten Jahr bauen können", so René Wagner.
© DNN-Online, 02.09.2010, 14:11 Uhr
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