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Starke Überlastung im Dresdner Tierheim, Leipzigs Aufnahmezahlen sinken

Sandra Wolf

  • Katze im Tierheim Dresden
    Foto: Dresden Veterinäramt
    Katze im Tierheim Dresden
Dresden. In einer offiziellen Pressemitteilung hatte das Tierheim Dresden am Mittwoch verkündet, dass es stark überlastet sei. Michael Sperlich, Geschäftsführer des Leipziger Tierheims, wunderte sich allerdings über diesen Hilferuf. Erst vor kurzem sei ihm Dresden als Beispiel für kostengünstige Effizienz vorgehalten worden. Seine Zufluchtsstätte für Tiere sei gegenüber dem einzigen kommunalen Tierheim Sachsens in der Landeshauptstadt zu kostenintensiv und ergebnisschwach.
Derzeit werden im Dresdner Tierheim 144 Katzen betreut. Ein Drittel mehr als maximal vorgesehen. Das Tierheim Leipzig, das vom Ersten Freien Tierschutzverein Leipzig und Umgebung betrieben wird, vermeldet im Gegenzug zu Dresden sinkende Aufnahmezahlen.

 

Das Tierheim Dresden konnte im August 40 Katzen vermitteln, so Leiter Hanns-Hendrik Kluge am Donnerstag. Das sind fünf Katzen weniger als im vorherigen Monat. Jeder der seriös erscheint und bei dem die minimalen Vorraussetzungen vorhanden seien, könne ein Tier vermittelt bekommen, so Kluge.

Die Vierbeiner werden vom Tierheim in drei Kategorien eingeteilt: Fund- und Abgabekatze sowie Zwangspflege, wenn der Tierhalter sich um sein Tier vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr kümmern kann. Beispielsweise dann, wenn der Tierhalter verstorben ist oder wenn er ins Krankenhaus oder eine Haftstrafe antreten muss. Die Zahlen sind laut Kluge steigend.

In Leipzig dagegen sinken die Zahlen, was laut Sperlich keinesfalls daran liegt, dass es weniger obdachlose Tiere gebe. Er spricht davon, dass die Aufnahmezahlen durch das Veterinäramt künstlich gedrückt werden. Dieses habe den Begriff Fundtier neu definiert, meint Sperlich. Katzen, die auf der Straße leben, seien nun als herrenlose Tiere oder Freigänger zu betrachten und müssten daher nicht mehr wie früher beim Tierheim abgegeben werden.

Darüber wird seit einiger Zeit auch im sächsischen Landtag gestritten. Es habe sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Tierärztekammer, des Landesverbandes, der Parteiverbände und dem Tierschutzverband gebildet, die der Frage nach einer Fundtierverordnung, wie sie bereits in Bayern existiere, nachgehe, so Sperlich, der ebenfalls zu der Gruppe gehört. Mittlerweile steht laut Sperlich fest, dass es keine Verordnung geben wird. Stattdessen ist ein Empfehlungsschreiben des Sozial- und Innenministeriums vorgesehen. Die Handlungsempfehlung soll ein Wegweiser dafür sein, wie mit Fundtieren umzugehen sei. „Es geht immer nur ums Geld", meint Sperlich. Für alles sei man offen, solange die Finanzierung von den Tierschutzvereinen getragen würde.


© DNN-Online, 02.09.2010, 17:08 Uhr
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