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Kultur

Xavier Naidoo begeistert 11.000 Fans am Dresdner Elbufer

Sandra Hohlfeld

  • Foto: Ulrich Löser
Dresden. 11.000 Fans standen nach Angaben der Veranstalter am Freitagabend vier Stunden vor der Bühne am Königsufer, um die Soul-Stimme des deutschen Solokünstlers Xavier Naidoo zu feiern. Zum dritten Mal trat der Sänger vor Dresdens beleuchteter Stadtkulisse am Elbufer auf - diesmal mit seiner „Alles kann besser werden“-Tour. Elf Bandmitglieder im Background, Gitarren-, Schlagzeug- und Trommlersolos, die bekanntesten Hits wie „Was wir allein nicht schaffen“ (WM 2006) und „Ich kenne nichts“ sowie Lieder vom aktuellen Album sollten das Publikum begeistern. Die Akustik war stark, die Bühnenshow dezent, Xaviers spezielle Tanzeinlagen, wie sie die Fans kennen, haben nicht gefehlt.  Nach zwei Zugaben verabschiedete sich der Künstler um 22.30 Uhr von der Bühne der Dresdner Filmnächte.

Das Konzert am Anfang

Das Konzert beginnt pünktlich um 19.30 Uhr, als der bulgarische Musiker Daniel Stoyanov mit seiner Akustikgitarre  auf die Bühne tritt. Sein halbstündiges Programm ist voller Liebeslieder, das Publikum ist um 20 Uhr noch nicht warm geworden. Die Fans  warten auf den großen Gast des Abends.  Stoyanov geht ohne große Worte, es folgen Bühnensetting, Licht- und Toncheck. Die Zuschauer gedulden sich, dann holt um 20.30 Uhr erstes Fangekreische den Star auf die Bühne.

Das Keyboard-Intro aus „Mut zur Veränderung“  klingt über das Areal an der Elbe bis hin zu den Zuschauern auf der Carolabrücke und zu denen, die sich außerhalb der Absperrungen auf den Wiesen niedergelassen haben.  „Dresden am Elbufer!“, raunt es von der Bühn über die Menge. „Mut zu Veränderung, Dresden!“, begrüßt der Sänger sein Publikum. Lässig, charmant und selbstverständlich steht Naidoo in Jeans, Kapuzenpulli und Turnschuhe auf der Bühne. Im ersten Song gibt er fünf Minuten lang alles, gibt er sich den Fans. Bebender Beat und effektvolles Scheinwerferlicht starten die Show.

„Wir sind wieder da! Schönster Ausblick, es gibt hier einiges zu sehen und heut Abend wird wenig bis nichts besser, denn es ist alles schön“, leitet Naidoo über zu „Alles kann besser werden“.  Da funkeln die ersten Wunderkerzen in den Reihen des Publikums.

Das Publikum – schon wach?

Keiner sitzt mehr, alle stehen und blicken nach vorn: Ein buntes, gemischtes Publikum aus Pärchen, Freunden, befreundete Pärchen, Familien, kleine, große, junge, ältere Leute, Fräuleins und Herren.  Zu den ersten beiden  Songs gehen die vorderen Fanreihen stimmungsgeladen mit, Jubel und Applaus folgt am Ende der Lieder.  Die hinteren Reihen geben sich damit zufrieden zu stehen, zu beobachten und einfach zu zuhören. Die Stimmung zieht sich sanft konstant, die Leute flippen nicht extrem aus und begnügen sich, leicht im Rhythmus mitzugehen.  Endlich bei „Wo willst du hin, es macht keinen Sinn, fortzugehen“, da stimmt auch der Gesang vom Publikum (mit ein). 

Mitten drin

Wenn Stoyanov für „Gib dich nicht auf“ zurück auf die Bühne kommt, erwarten die Zuschauer zwei imposant überwältigende Stimmen. Er und Naidoo geben ein großartiges Duo. Nach den anfänglichen süßen Liebesliedern wird die Lyrik zur Mitte der Show durch den kritischen Song „Verschieden“ politisch. Der Beat pocht im Herzen. Auf der Bühne ist volle Konzertpräsenz. Die unverkennbare Stimme Naidoos tönt stark ins Mikro. Saxofone, Trompete, Keyboard, Percussion, Bass, Schlagzeug und Gitarren machen den Soulgesang komplett. „Dresden, es ist so wunderschön hier“. Ein Kompliment an die Hauptstadt. „Hier müsste man sich niederlassen, so schön ist es hier“, findet Naidoo. Kreischende Zustimmung aus allen Reihen antwortet. „Es ist so weit weg von Mannheim. Sagt Bescheid, wenn was für uns 14 Leute frei ist. Ich glaub von den 14-Mann Villen habt ihr hier ein paar!“. Die Fans sind amüsiert, das Programm geht weiter.

Erste Zugabe


Nach einer Stunde 15 Minuten starten die großen Hits. „Sie sieht mich nicht“, „Was wir alleine nicht schaffen“, und „Dieser Weg“ lassen die Fans die Arme in die Luft heben, sie singen mit und applaudieren. Wo nimmt dieser schmächtige Mann diese volle Stimme her?

Zweite Zugabe

Kurz vor halb elf verabschieden sich die Musiker, aber die Fans wollen mehr. „Wir haben keine Lieder mehr“, lacht Xavier, auf die Bühne zurückgekehrt. „Deswegen klauen wir uns jetzt was von den Söhnen!“. Zum Abschluss verlässt ein Lied seine Lippen.

Fans danach – zum Resümee

Die ganze Band  verbeugt sich, winkt und geht lachend von der Bühne.  Claudia Neborg ist am Ende zufrieden: „Ich fand‘s schön. Die Lieder am Anfang waren nicht so, aber am Ende hat’s gestimmt.“

Kritik scheint auch bei anderen  durch: „Es war gut, aber ich fand‘s jetzt nicht überwältigend. Die Stimmung hätte im Publikum bissl besser sein können, dafür dass über 10.000 Leute da waren“,  sagt Christoph Mühl.

Für Friederike Kühnel und Susanne Roch ist das kein Grund, nicht nochmal wiederzukommen:  „Es war super! Außer: Die Gäste, die auf dem Ticket angekündigt waren, haben gefehlt. Da war ja jetzt nur der Daniel Stoyanov da. Aber wir wollen nochmal gehen beim nächsten Mal. Auf jeden Fall. Es war super schön!"

© DNN-Online, 04.09.2010, 08:48 Uhr
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