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Nach FBI-Razzia: Biotec-Professor kritisiert fragwürdiges Vorgehen gegen Forscher

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  • Foto: André Kempner
Dresden. Die FBI-Razzia mit Unterstützung von Ermittlern des Landeskriminalamtes (LKA) sowie der Dresdner Staatsanwaltschaft am 18. August 2010 im Biotechnologischen Zentrum (Biotec) der TU Dresden in der Johannstadt hat für die deutschen Forscher keine Konsequenzen. Das FBI habe Bakterienstämme gesucht, die der chinesische Forscher Prof. Kexue Huang (45) von dem Agro-Chemie-Giganten Dow AgroSciences in Indianapolis geklaut und für Forschungs- und Weiterentwicklungszwecke an eine Firma im Biotec geschickt haben soll. Die beiden FBI-Beamten hätten Flüssigkeiten, die in einem Kühlschrank lagerten, sichergestellt. Damit sei für die deutschen Behörden der Fall erledigt, sagte der Dresdner Staatsanwalt Wolfgang Klein gegenüber DNN. Man habe den US-Kollegen lediglich Rechtshilfe gewährt. Weder die Firma noch deren Mitarbeiter gebe es noch im Dresdner Biotec. Das FBI habe Beweismittel gesucht und sei fündig geworden, so Klein.

Dem widerspricht der wissenschaftliche Direktor des Biotec, Prof. Michael Brand. "Es ist völlig unklar, ob das FBI tatsächlich das gefunden hat, was gesucht wurde", so Brand, der Kritik am Vorgehen der US-Behörden übte. Seit 13. Juli sei Huang inhaftiert, ohne dass es bislang zu einer Anklage gekommen sei. Auslöser sei offenbar ein Überblicksartikel über organische Pflanzenschutzmittel an der Huang Normal University (China) gewesen. Dabei habe Huang offensichtlich bereits öffentlich vorhandenes Wissen zusammengetragen. Hier wolle ein US-Chemiekonzern sein Territorium abstecken und abschrecken, vermutet Brand.

In dem Fachartikel geht es auch um das Kopieren eines Schutzmechanismuses einer Hefebakteriensorte gegen Milben. Daran hat der US-Konzern nach eigenen Angaben seit 20 Jahren geforscht. Dieses Pflanzenschutzmittel sei bislang noch nicht im großen Stil gegen Schädlinge bei Baumwolle und Tabak eingesetzt worden, so Brand. Huang hat von 2003 bis 2008 bei Dow gearbeitet, ist an zwei Unis Professor (in Indianapolis und in China), was laut Brand nicht ungewöhnlich sei.
Huangs Anwalt Michael Donahoe hält seinen Mandanten für unschuldig. Die US-Behörden werfen Huang Industriespionage und Ideenklau vor.

© DNN-Online, 04.09.2010, 08:46 Uhr
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