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8. Dresdner Lyrikpreis geht an Marie Stastná - Bardinale 2010 beendet
Dresden. Einsendungen aus dem gesamten deutschen Sprachraum sowie aus der Republik Tschechien. Wer angesichts dieser poetischen Konkurrenz zur Nummer eins gekürt wird, darf sich zu Recht sehr glücklich schätzen. Wenn die Nummer eins das Glück dann auch noch im eigenen Namen trägt, wie es bei der diesjährigen Preisträgerin Marie Stastná dem Juror und Laudator Urs Heftrich zufolge immerhin lautmalerisch der Fall sein soll, dann stand der achte Jahrgang des seit 1996 verliehenen und mit 5000 städtischen Euro dotierten Lyrikpreises doch unter einem guten, ja glücklichen Stern. Zumal die 1981 im Osten des Nachbarlandes geborene Autorin ohnehin an Juwelen arbeitet. Denn neben ihrer Dichtkunst ist sie in Prag als Juwelierin tätig.
Die vielen Einsendungen bestätigen einerseits den Stellenwert, den dieser aller zwei Jahre im Rahmen der Bardinale ausgetragene Wettbewerb inzwischen besitzt. Andererseits verlangt er der Vorjury ein immenses Lesepensum ab. Bis zu zehn Texte dürfen die Bewerber jeweils vorlegen, für genau zehn Teilnehmer der Endrunde müssen sich die Fachleute dann entscheiden. Das könnten also immer noch einhundert Gedichte sein, die da zu hören und zu bewerten wären. Wegen der Absage eines Autors lasen am Sonnabend Vormittag „nur" neun Dichterinnen und Dichter im Erich-Kästner-Museum. Marie Stastná war in der zuvor ausgelosten Reihenfolge gleich als Zweite dran und hat sich mit ihren poetischen Texten um Träume, Ängste, Familie und Liebe der Jury derart eingeprägt, dass sie die anderen acht Lesenden glatt ausstach. Dabei waren etwa dank Iva Kurilová und Ondrej Buddeus mindestens zwei weitere sehr spannende Stimmen aus Tschechien mit von der Partie.
Die 1982 geborene Kurilová überzeugte mit schmerzlich trefflichen Bildern in ihren prägnant kurzen Texten, der zwei Jahre jüngere Prager Buddeus bestach gar durch teils zweisprachigen Vortrag seiner Innerliches mit Welthaltigkeit verbindenden Arbeiten, mit denen er das Anliegen des Wettbewerbs in besonderer Weise erfüllte. Ansonsten waren die deutschen und tschechischen Originale beim Rezitieren in der jeweils anderen Landessprache mitzulesen. Gut gestaltete Vortragskunst gelangen auch dem Saarländer Konstantin Ames, der gegenwärtig am Leipziger Literaturinstitut studiert und in seinen mitunter experimentell lautmalerischen Versen deutliche Zeitbezüge verpackt hat, sowie dem aus Oberbayern stammenden Frank Ruf, der einen bezwingenden Zyklus von Voodoo-Gedichten vortrug.
Mit der abendlichen Verleihung des Dresdner Lyrikpreises an Maria Stastná im Kulturrathaus - einleitend fand Kulturbürgermeister Ralf Lunau, der die im Rathaus feiernde Oberbürgermeisterin vertrat, freundliche Worte für die Förderung und Pflege der Gattung Lyrik - ging zugleich die von den DNN präsentierte Bardinale 2010 zu Ende. Das alljährliche Fest der Poesie brachte das Genre im Zusammenhang mit Film, mit Musik, mit neuen Medien und mit der jungen Generation ins öffentliche Bewusstsein. Es vereinte am Sonnabend noch einmal in fruchtbarer Kooperation von Literaturbüro und Jazzclub Neue Tonne die Reihe Poetry International mit Jazz des Trios „Axiom".
Während dieser gut besuchten Lesung führten Autoren aus Afghanistan - Dresdens diesjähriger Stadtschreiber Massum Faryar -, aus Argentinien, dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse, Alberto Szpunberg, ein während der Militärdiktatur exilierter Schüler von Jorge Luis Borges, aus Island, der Ukraine, aus Ungarn sowie aus Deutschland literarisch rund um den Globus. So verschieden wie ihre Herkunft, so unterschiedlich klang ihre Poetik und waren ihre ausgewählten Arbeiten sowie die mal trockenen und mal geradezu bildhaft darstellerischen Lesarten. Eine Auswahl der präsentierten Gedichte nebst biografischen Angaben zu den Autorinnen und Autoren sowie zu den Jurymitgliedern findet sich im aktuellen Bardinale-Sonderheft der Zeitschrift Signum. Denn Lyrik will nicht nur geschrieben, sondern auch gelesen werden. Im kommenden Jahr, zur 10. Bardinale, hoffen die Veranstalter auf eine noch stärkere Präsenz im Stadtbild.
Die vielen Einsendungen bestätigen einerseits den Stellenwert, den dieser aller zwei Jahre im Rahmen der Bardinale ausgetragene Wettbewerb inzwischen besitzt. Andererseits verlangt er der Vorjury ein immenses Lesepensum ab. Bis zu zehn Texte dürfen die Bewerber jeweils vorlegen, für genau zehn Teilnehmer der Endrunde müssen sich die Fachleute dann entscheiden. Das könnten also immer noch einhundert Gedichte sein, die da zu hören und zu bewerten wären. Wegen der Absage eines Autors lasen am Sonnabend Vormittag „nur" neun Dichterinnen und Dichter im Erich-Kästner-Museum. Marie Stastná war in der zuvor ausgelosten Reihenfolge gleich als Zweite dran und hat sich mit ihren poetischen Texten um Träume, Ängste, Familie und Liebe der Jury derart eingeprägt, dass sie die anderen acht Lesenden glatt ausstach. Dabei waren etwa dank Iva Kurilová und Ondrej Buddeus mindestens zwei weitere sehr spannende Stimmen aus Tschechien mit von der Partie.
Die 1982 geborene Kurilová überzeugte mit schmerzlich trefflichen Bildern in ihren prägnant kurzen Texten, der zwei Jahre jüngere Prager Buddeus bestach gar durch teils zweisprachigen Vortrag seiner Innerliches mit Welthaltigkeit verbindenden Arbeiten, mit denen er das Anliegen des Wettbewerbs in besonderer Weise erfüllte. Ansonsten waren die deutschen und tschechischen Originale beim Rezitieren in der jeweils anderen Landessprache mitzulesen. Gut gestaltete Vortragskunst gelangen auch dem Saarländer Konstantin Ames, der gegenwärtig am Leipziger Literaturinstitut studiert und in seinen mitunter experimentell lautmalerischen Versen deutliche Zeitbezüge verpackt hat, sowie dem aus Oberbayern stammenden Frank Ruf, der einen bezwingenden Zyklus von Voodoo-Gedichten vortrug.
Mit der abendlichen Verleihung des Dresdner Lyrikpreises an Maria Stastná im Kulturrathaus - einleitend fand Kulturbürgermeister Ralf Lunau, der die im Rathaus feiernde Oberbürgermeisterin vertrat, freundliche Worte für die Förderung und Pflege der Gattung Lyrik - ging zugleich die von den DNN präsentierte Bardinale 2010 zu Ende. Das alljährliche Fest der Poesie brachte das Genre im Zusammenhang mit Film, mit Musik, mit neuen Medien und mit der jungen Generation ins öffentliche Bewusstsein. Es vereinte am Sonnabend noch einmal in fruchtbarer Kooperation von Literaturbüro und Jazzclub Neue Tonne die Reihe Poetry International mit Jazz des Trios „Axiom".
Während dieser gut besuchten Lesung führten Autoren aus Afghanistan - Dresdens diesjähriger Stadtschreiber Massum Faryar -, aus Argentinien, dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse, Alberto Szpunberg, ein während der Militärdiktatur exilierter Schüler von Jorge Luis Borges, aus Island, der Ukraine, aus Ungarn sowie aus Deutschland literarisch rund um den Globus. So verschieden wie ihre Herkunft, so unterschiedlich klang ihre Poetik und waren ihre ausgewählten Arbeiten sowie die mal trockenen und mal geradezu bildhaft darstellerischen Lesarten. Eine Auswahl der präsentierten Gedichte nebst biografischen Angaben zu den Autorinnen und Autoren sowie zu den Jurymitgliedern findet sich im aktuellen Bardinale-Sonderheft der Zeitschrift Signum. Denn Lyrik will nicht nur geschrieben, sondern auch gelesen werden. Im kommenden Jahr, zur 10. Bardinale, hoffen die Veranstalter auf eine noch stärkere Präsenz im Stadtbild.
© DNN-Online, 06.09.2010, 14:29 Uhr
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