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Dresdner Unternehmen suchen händeringend Azubis: mehr offene Lehrstellen als Bewerber
Dresden. Obwohl das Lehrjahr bereits begonnen hat, suchen aktuell noch viele Betriebe in Dresden und Umgebung Auszubildende. Die Lehrstellenbörse der IHK wies am Montag noch 87 freie Lehrstellen aus, die meisten davon in den Hotel- und Gaststättenberufen, der Elektrotechnik sowie der Metallindustrie. Die Agentur für Arbeit teilte mit, dass den noch 352 unversorgten Bewerbern über 400 Lehrstellen gegenüber stehen.
„Die Bewerber-Ausbildungsstellen-Relation stellt sich in Dresden, zumindest für die Bewerberseite, sehr günstig dar", so Grit Winkler, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit, gegenüber DNN-Online. Ende August seien im Agenturbezirk Dresden noch 447 Berufsausbildungsstellen unbesetzt gewesen. Das seien 20,8 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Gründe hierfür bringt Lars Fiehler von der Hauptgeschäftsführung der IHK auf den Punkt. Er verweist auf die rapide Abnahme der Schulabgängerzahlen in Sachsen. Waren es 2007 noch 44.000, so erhielten 2010 gerade einmal 23.000 junge Menschen ihren Abschluss. In den letzten drei Jahren sei die Zahl potenzieller Bewerber um 48 Prozent gesunken. Das Ausbildungsengagement der Betriebe sei im Gegenzug mehr oder minder konstant geblieben. Mit 4.140 Lehrstellen (Stand 31. August) bot die IHK gerade einmal 50 Lehrstellen weniger an als 2009. Die Zahl der Schulabgänger war jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 7000 geschrumpft. Es „verschlechtert sich die Situation für die Betriebe deutlich, für die Jugendlichen hingegen entkrampft sie sich, da weniger Mitbewerber die Chancen erhöhen, nicht nur irgend eine, sondern vielleicht auch die Wunschlehrstelle zu ergattern", meint Fiehler. Ein gutes Zeugnis und eine gewissenhafte Orientierung im Vorfeld seien trotzdem unabdingbar. Statistisch gesehen sei für jeden Interessenten eine Lehrstelle vorhanden, doch, so Fiehler, wolle nicht jeder alles erlernen, und ebenso wenig sei jeder für alles geeignet. Die Lage für die Arbeitgeber gestalte sich angesichts ständig zurückgehender Bewerberzahlen schwierig. Sie beklagen sich über mangelnde Kompetenz der Interessenten. Vor allem in Deutsch und Mathematik gebe es viele Defizite, doch auch Umgangsformen und Kommunikationsfähigkeit werden beklagt. Die Handwerkskammer Dresden vermeldet dagegen positive Zahlen. 1.559 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge habe man zum Stichtag (31. August) verzeichnet. Das seien 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr, heißt es in einer Pressemitteilung. Vor allem bei den Anlagemechanikern für Sanitär-Heizung-Klima, den Malern und Lackierern sowie den Dachdeckern sei die Zahl der Arbeitsverhältnisse deutlich gestiegen. Der Trend gelte für ganz Sachsen. Doch trotz des guten Auftakts in das neue Lehrjahr, weist auch die Online-Lehrstellenbörse der Handelkammer Dresden noch 180 Angebote von 95 Betrieben aus. Gesucht werden vor allem Elektroniker, Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk, Bäcker sowie Friseur/innen. Grit Winkler nennt Ursachen für den Mangel an kompetenten Interessenten: „Vor einigen Jahren konnten Arbeitgeber aus einer Vielzahl von Bewerbern die Besten aussuchen und haben wahrscheinlich von vornherein keine Bekanntschaft mit den weniger guten Bewerbern gemacht". Das Bewerberpotential sei nun eindeutig geschrumpft. Die guten Schulabgänger haben meist eine Ausbildungszusage frühzeitig in der Tasche beziehungsweise würden sich für eine schulische Ausbildung oder ein Studium entscheiden. Den Arbeitgebern stünde so nun eine deutlich geringere Bewerberanzahl zur Verfügung, die nicht immer ihren Vorstellungen entspräche. Interessenten haben in der Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit immer noch die Chance eine geeignete Lehrstelle zu finden. Zudem findet auf dem Gelände der IHK am 25. September der jährliche Aktionstag Bildung statt, bei dem sich wieder mehr als 130 Ausbildungsbetriebe mit ihren Azubis präsentieren. An diesem Tag wird es auch eine Last-Minute-Börse geben, die dann noch freie Stellen vorstellt und möglicherweise vergibt.
„Die Bewerber-Ausbildungsstellen-Relation stellt sich in Dresden, zumindest für die Bewerberseite, sehr günstig dar", so Grit Winkler, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit, gegenüber DNN-Online. Ende August seien im Agenturbezirk Dresden noch 447 Berufsausbildungsstellen unbesetzt gewesen. Das seien 20,8 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
© DNN-Online, 07.09.2010, 11:42 Uhr
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