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Sachsenlotto startet den Eurojackpot – weiter keine Spielmöglichkeit per Internet

Evelyn ter Vehn
 Leipzig. Die gute, alte Lottofee bekommt einen kleinen Bruder. Am 23. März wird mit der ersten Ziehung der Eurojackpot  aus der Taufe gehoben, teilte Sachsenlotto am Mittwoch in Leipzig mit. Die Gesellschaft will mit der schnellen, internationalen Lotterie bei jungen Leuten punkten, erklärte Geschäftsführer Siegfried Schenek. Der Umsatz von Sachsenlotto soll auf 270 Millionen Euro wachsen. Das Internet bleibt als Spielplattform aber weiterhin tabu.

5 aus 50 lautet die neue Glückspielformel, dazu müssen 2 weitere Eurozahlen aus 8 angekreuzt werden. Wer diese fünf plus zwei Zahlen richtig getippt hat, knackt den Jackpot. Außergewöhnlich hohe Gewinne wie in anderen europäischen Lotterien scheinen künftig auch in den sieben Teilnehmer-Ländern des neuen Glücksspiels möglich. 

Deutschland, die Niederlande, Italien, Finnland, Dänemark, Slowenien und Estland garantieren einen Mindestjackpot von zehn Millionen Euro. Dieser kann bis auf 90 Millionen Euro anwachsen.  Die Tippscheine gibt es in allen Lotto-Annahmestellen. Pro Tipp müssen die Spieler zwei Euro berappen – plus Bearbeitungsgebühr, die für eine Ziehung bei 50 Cent liegt.

Ab 17. März können Lottofans erstmals für den Eurojackpot Zahlen ankreuzen. Freitags um 18.15 Uhr ist Annahmeschluss, schon um 21 Uhr werden in Helsinki in einem schicken Studio die Glückszahlen gezogen. Eine TV-Übertragung ist noch in der Planung. Zwei Stunden später erfahren die Spieler über Videotext von ARD und ZDF sowie die Sachsenlotto-Webseite  Zahlen und Gewinnquoten. Schon am nächsten Morgen werden die Geldsummen ausgezahlt.

Dass die klassischen Lottospieler, deren Alter im Durchschnitt bei rund 45 Jahren liege, in Scharen abwandern, befürchtet Schenek nicht. „6 aus 49“ bleibe das stärkste Pferd im Stall. „Leichte Verschiebungen sind natürlich möglich, räumt Schenek ein. Die Wahrscheinlichkeit, in der höchsten der zwölf Gewinnklassen ein erkleckliches Sümmchen abzuräumen, liegt bei einer Chance von 1 zu 59 Millionen. „Das ist höher als beim klassischen Lotto. Dort liegt die Chance bei 1 zu 140 Millionen“, erklärt der Sachsenlotto-Geschäftsführer.

Die neue Lotterie soll 2012 auch rund eine Million Euro mehr Steuergeld in die Kassen des Freistaats spülen. 2011 machte die Lottogesellschaft einen Umsatz von 265 Millionen Euro. 46 Millionen Euro Lotteriesteuer wanderten in die Staatskasse. Mit dem Eurojackpot will Sachsenlotto die eher stabil gebliebene Spiellust der Sachsen anfeuern. Schenek: „Wir rechnen 2012 mit einem Gesamtwachstum von fünf Millionen Euro.“

Wermutstropfen: Das gerade bei jungen Leuten als Spielplattform beliebte Internet bleibt durch die Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrags weiterhin tabu. Zwar haben die Bundesländer mit Ausnahme von Schleswig-Holstein im Dezember 2011 der EU-Kommission einen neuen Entwurf eingereicht. „Aber es gibt überhaupt keine Rückmeldung“, so Schenek.

Dabei hätte Brüssel eine Entscheidung bereits für Januar angekündigt. Sollte die EU-Kommission Zustimmung signalisieren, können die Bundesländer ihr Gesetzgebungsverfahren starten. Selbst, wenn die EU sich noch im März entscheidet, gäbe es frühestens im Juli grünes Licht für das staatliche Glücksspiel im Web sowie mehr Raum für Sportwetten, schätzt der Sachsenlotto-Geschäftsführer.

© DNN-Online, 15.03.2012, 10:19 Uhr
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