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Burkhard Jung bleibt Oberbürgermeister in Leipzig – Wawrzynski zieht sich zurück

Evelyn ter Vehn / Matthias Roth / mpu / maf / ade

Leipzig. Die große Überraschung blieb aus. Wie schon im ersten Wahlgang vor drei Wochen hat Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die meisten der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen können. Nach Auszählung aller 353 Wahlbezirke erreichte der 54-Jährige genau 45 Prozent. Dann am Rande des Wahlabends doch noch ein Paukenschlag:

Jungs schärfster Konkurrent Horst Wawrzynski (CDU und Bürgerbündnis) sagte in einer ersten Reaktion am Sonntag, dass er sich nach der Wahlniederlage aus der Kommunalpolitik zurückziehen werde. Wawrzynski kommt auf 28,7 Prozent der Stimmen. Dahinter folgt Linken-Kandidatin Barbara Höll mit 14,2 Prozent. Etwas abgeschlagen rangieren Grünen-Kandidat Felix Ekardt (6,9 Prozent) und der unabhängige Kandidat Dirk Feiertag (5,2 Prozent).



Erste Reaktionen der Kandidaten

Jung wurde am Sonntagabend mit Applaus im Neuen Rathaus empfangen und reckte zum Zeichen seines Sieges einen Daumen nach oben. „Ich habe doch recht gelassen auf den Ausgang gewartet, da ich auch in den vergangenen Tagen viel Zustimmung von den Bürgern erfahren habe“, sagte Jung in einer ersten Stellungnahme gegenüber LVZ-Online. Wichtigste Aufgaben der kommenden sieben Jahre seien die Stärkung der Leipziger Wirtschaft, die positive Gestaltung des Arbeitsmarktes und die Lösung des Kitaplatz-Problems in der Messestadt, so Jung. ( )

Der scheidende Polizeipräsident Horst Wawrzynski  kommentierte sein Wahlergebnis lakonisch: „Knapp daneben ist auch vorbei. Ich hätte mir gewünscht, dass es anders kommt.“ Seine Zukunft sieht er nicht in der Kommunalpolitik: "Ich werde mich nicht mehr so aktiv einbringen, das weiß ich jetzt schon", sagte der Kandidat von CDU und Bürgerbündnis. ( )



Grünen-Kandidat Felix Ekardt verlor im zweiten Wahlgang Stimmen, fiel von 9,8 Prozent auf 6,9 Prozent. Ekardt vermutete Wählerwanderung, „denn in Leipzig gibt es eine fast schon panische Angst vor dem bayrischen Polizisten“, sagte er mit Blick auf Horst Wawrzynski.

Für die Grünen wertete Ekardt das Ergebnis positiv: „Uns ist es gelungen, langfristig Druck für grüne Positionen aufzubauen“, so der Nachhaltigkeitsforscher. Zu seiner persönlichen Zukunft sagte der 40-Jährige: „Ich bin Wissenschaftler und sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Ich habe nicht die Absicht, daran etwas zu ändern.“

Linken-Kandidatin Barbara Höll hatte mit dem Wahlsieg des Amstinhabers gerechnet: „Auch wenn der Wahlkampf anstrengend war, ich habe nicht bereut, kandidiert zu haben“, sagte Höll während des sich abzeichnenden Wahlsiegs ihres Konkurrenten. Die Bundestagsabgeordnete kam in Leipzig auf 14,2 Prozent der Stimmen (15,3 im ersten Wahlgang).



„Jung wird noch von uns hören“, zeigte sich der unabhängige Kandidat Dirk Feiertag auch nach der Wahlniederlage kämpferisch. Der Jurist wurde von den Piraten, Neuem Forum und Wählervereinigung unterstützt und erreichte nach sehr respektablen 6,9 Prozent im ersten Wahlgang noch 5,2 Prozent der Stimmen. Die Arbeit an den Sachthemen wie Kitaplatz-Mangel soll mit dem im Wahlkampf entstandenen Netzwerk weitergehen, versicherte Feiertag. So wolle man dem OBM auf die Finger schauen, ob der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz auch umgesetzt werde.

Geringere Wahlbeteiligung - amtliches Endergebnis erst am Dienstag

Die Beteiligung der Leipziger an der Wahl lag deutlich unter der beim ersten Urnengang am 27. Januar. Um 18 Uhr hatten 34,2 Prozent der Leipziger und somit 6,5 Prozentpunkte weniger ihr Kreuz gemacht.

Am kommenden Dienstag wird sich der Gemeindewahlausschuss zu den Formalien der Abstimmung äußern und bei korrekter Einhaltung das amtliche Wahlergebnis verkünden. Danach schließt eine einwöchige Einspruchsfrist an, in der jeder Bürger noch einmal Bedenken gegen den Ausgang der OBM-Wahl äußern kann.


© DNN-Online, 17.02.2013, 22:57 Uhr
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