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Sachsens Sozialministerin Clauß verteidigt Betreuungsgeld
Dresden. Sozialministerin Christine Clauß (CDU) hat sich mit Verweis auf das in Sachsen bewährte Landeserziehungsgeld für das ausgesprochen. „Es ist die Anerkennung einer Erziehungsleistung anstelle der Inanspruchnahme eines Krippen- oder Kitaplatzes“, sagte sie. „Der Staat muss Eltern und Kindern Angebote unterbreiten, sollte sie aber nicht bevormunden.“ In der Debatte um das Betreuungsgeld plädierte Clauß für „verbale Abrüstung“. Sachsen habe den Eltern in den vergangenen 20 Jahren mit dem Landeserziehungsgeld Wahlfreiheit eröffnet. „Dahinter wollen wir mit dem Betreuungsgeld des Bundes nicht zurückbleiben.“ Es müsse flexibel ausgestaltet werden. „Wenn es das Kindeswohl verlangt, dass eine Betreuung in Krippe oder Kita ratsam ist, dann gibt es in Sachsen die Möglichkeiten, den Familien im Interesse der Kinder neben dem Landeserziehungsgeld auch den Besuch einer Kindertageseinrichtung zu ermöglichen“, erklärte Clauß. „Mir ist wichtig, dass Frühförderung viel früher ansetzen muss als ab dem zweiten Lebensjahr.“ Die Debatte um das Betreuungsgeld geht nach Ansicht von Clauß an der Lebenswirklichkeit der Familien vorbei. „So individuell wie Familie gelebt wird, von Alleinerziehenden bis zur Großfamilie ist alles vertreten, so individuell sind die Herausforderungen, vor denen Familien stehen.“ Das Betreuungsgeld könne dabei eine weitere Hilfe für Eltern darstellen. Bei der Bewertung des Vorschlags sollten Akteure auf dem Boden der familiären Realitäten bleiben und die Sache zuallererst aus dem Blickwinkel der Eltern und Kinder betrachten. „Die Diskussion um das Für und Wider und am Ende die Entscheidung sind darauf zu richten, welchen Wert Familie hat, welchen Wert Kinder haben“, sagte die Ministerin. Dazu gehöre die Frage danach, ob sich die Familie der Wirtschaft und aktuellem Fachkräftemangel unterordnen müsse. „Oder haben Unternehmen und Gewerkschaften eine eigene Verantwortung, für ein familienfreundliches Umfeld zu sorgen.“ Das Landeserziehungsgeld zeige, dass viele berufstätige Eltern bei finanzieller Unterstützung ihr Kind gern länger als zwölf Monate nach der Geburt zu Hause betreuen würden. „Der Staat sollte daher eine Angebotsvielfalt schaffen.“
© DNN-Online, 23.04.2012, 09:30 Uhr
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